neuer-durre-sommer?

01-05-19 08:29:00,

Bild: pxhere.com/CC0

Die Energie- und Klimawochenschau: Hierzulande gibt es für die Vegetation einen schlechten Start in die warme Jahreszeit, anderswo sorgen Unwetter für schwere Zerstörungen, während ausbleibender Regen am Horn von Afrika zu Hunger führt

Wir können jetzt den Klimawandel live erleben. Der April 2019 ist hierzulande der 13. zu warme Monat in Folge. Das hat es in Deutschland seit 1881 noch nie gegeben.” Gerhard Adrian muss es wissen. Als Präsident des Deutschen Wetterdienste (DWD) ist er sozusagen oberster Buchhalter des Wettergeschehens in Deutschland.

Seine Mitarbeiter sammeln an aktuell rund 2000 Stationen im ganzen Land Daten, werten sie aus und schreiben lange Zeitreihen fort, die Aussagen über lokales, regionales und landesweites Klima erlauben. Als Klima bezeichnen Meteorologen und andere Geowissenschaftler dabei den mittleren Zustand über einen längeren Zeitraum. Meist wird dafür eine 30 Jahresperiode genommen.

Um Klimaveränderungen einzuordnen, braucht es einen Vergleichsmaßstab, eine Referenzperiode. In den meisten Ländern, so auch in Deutschland, wird dafür die Periode 1961 bis 1990 genommen. Verglichen mit den Temperaturen, die in dieser Zeit in Deutschland im April erreicht wurden, war es in diesem Jahr um 2,2 Grad zu warm. Das ist inzwischen – in Zeiten der sich ausbreitenden Klimakrise – schon fast die neue Norm. Ein Jahr zuvor, im April 2018, war es in Deutschland mit rund fünf Grad über dem Durchschnitt der Referenzperiode sogar so warm wie nie zuvor seit 1881.

Abweichungen vom Mittelwert sind natürlich die Regel und nicht die Ausnahme. Veränderungen liegen vor, wenn diese nicht mehr gleichmäßig verteilt sind. Dass dies bei den über dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik gemittelten Monatstemperaturen der Fall ist, hat der DWD mit der nachfolgenden Grafik deutlich gemacht, in der die Monate entsprechend ihrer Abweichung vom Referenzwert eingefärbt sind.

Bild: DWD.de

Die Darstellung zeigt deutlich, dass die gemessen am Mittel der Jahre 1961 bis 1990 kühlen Monate immer seltener werden und nur noch ganz vereinzelt auftreten. Zuletzt im März 2018. Ebenfalls ist auf den ersten Blick zu sehen, dass das Ende des 19. und der Beginn des 20. Jahrhunderts meist kühler als die Jahrzehnte der Referenzperiode war.

Aktuell aber noch wichtiger als die Temperaturen sind die Niederschläge, die im April erneut in allen Bundesländern außer dem Saarland erheblich zu niedrig ausfielen.

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