Die Macht-Frage

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03-05-19 07:24:00,

Wieder marschierten an Ostern Tausende Friedensaktivisten und NATO-Gegner durch deutsche Städte. Unter dem Motto „Abrüsten statt Aufrüsten — keine neuen Mittel-Strecken-Raketen in Europa!“ forderten die Demonstranten, dass alle Atomraketen aus Deutschland abgezogen und deutsche Soldaten nicht mehr im Ausland eingesetzt werden. Auch eine Verständigung mit Russland und einen Austritt aus der NATO verlangten sie.

Doch „die da oben“ handeln aus dem Gefühl des Herrschens heraus, sie lassen sich ihre Gewalt nicht nehmen und sind gerüstet. Sie sind Kranke, Neurotiker, Wahnsinnige. Und „wir da unten“? Wir lassen uns von der Autorität hereinlegen und folgen ihr jedes Mal, wenn sie uns ruft. Wir können nicht nein sagen und marschieren immer wieder auf das Feld der Ehre, in den Tod. Um dieses Phänomen zu verstehen, sollten wir auch die Ergebnisse der psychologischen Forschung in Betracht ziehen. Ohne psychologische Bildung kann die Menschheit nicht vorankommen.

Eines der dringendsten Probleme ist das der Gewalttätigkeit. Krieg ist die Verherrlichung der Gewalt. Er ist ein uraltes Menschheitsübel, die größte Geißel der Menschheit. Gewalt und Krieg entsprechen nicht der Natur des Menschen. Kriege sind heute nicht mehr verantwortbar. Angriffskriege sind Völkerrechtsverbrechen und führen wegen der zerstörerischen Wirkung der mörderischen Waffensysteme in der Regel zum Genozid.

Auch die Ideologie der Macht, dieser fürchterliche Irrtum des Menschengeschlechts, vergiftet die Atmosphäre unserer Kultur, und die allseitige Infektion durch den Bazillus der Machtgier führt immer wieder zu epidemischen Auswüchsen wie Krieg und Terror, die Millionen von Menschen dahinraffen wie die Pest im Mittelalter. Die Machtgier derer, die innerhalb der Völker als Obrigkeit fungieren und durch ihre soziale Stellung vom Geist der Gewalt durchdrungen sind, führt ständig neu zu kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen die Völker zugunsten ihrer Herren und Ausbeuter verbluten.

Doch die Menschheit weiß nicht, wie sie diese Probleme lösen kann. Massendemonstrationen zu veranstalten reicht nicht aus. Die einen fordern den Aufbau eines breiten und gut organisierten Basisnetzwerkes der Friedensbewegung (wie Michel Chossudovsky), andere sehen eine Möglichkeit im „Zivilen Ungehorsam“ (wie ehemals Martin Luther King). Wieder andere gehen auf die Straße, wenn ihnen ein Unrecht geschieht, und schlagen Fensterscheiben ein. Doch hundert und mehr Jahre Geschichte haben uns gezeigt, dass derjenige verspielt, der glaubt, er könne sich gegen den Staat auflehnen. Der Staat ist gut gerüstet.

Deshalb müssen wir — um die gestellte Frage beantworten zu können — auch die Ergebnisse der psychologischen Forschung in Betracht ziehen.

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