Die Weltherrschafts-Doktrin

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04-05-19 08:33:00,

Russland warnt Bolton: Die Äußerungen zur Monroe-Doktrin sind eine Beleidigung für Lateinamerika

Was ist die „Monroe-Doktrin“? Es handelt sich dabei, um es kurz zu fassen, um ein Dokument, das die gesamte westliche Hemisphäre als „Hinterhof“ der Vereinigten Staaten definiert. Es dient der ideologischen Legitimation des US-amerikanischen Neokolonialismus und rechtfertigt die dadurch ausgelösten grausamen Putsche sowie die offenen und verdeckten Interventionen der USA in der Karibik und in Zentral- und Südamerika.

Und jetzt verwendet der Nationale Sicherheitsberater John Bolton den Begriff in Verbindung mit Venezuela, Kuba und Nicaragua — zur Empörung derjenigen, die sich gegen die US-Außenpolitik in der Region stellen. Was Bolton meint, ist klar, auch wenn es nie so offen ausgesprochen wird: Den Ländern der westlichen Hemisphäre sollte man niemals erlauben, sozialistisch zu werden, vielmehr sollten sie daran gehindert werden, sich westlichen Diktaten zu widersetzen.

In Doha, Katar, brachte der russische Außenminister Sergei Lawrow seine Empörung darüber zum Ausdruck, dass Bolton sich zu einer Zeit, in der der Westen alles an den Sturz der demokratisch gewählten, linksgerichteten Regierung Venezuelas setze, auf die Monroe-Doktrin beruft: „Die Theorie und Praxis von ‚Hinterhöfen‘ ist im Allgemeinen beleidigend (…)“

Sergei Lawrow fügte außerdem hinzu: „Das Völkerrecht wird seit der Gründung der Vereinten Nationen im Jahr 1945 von dieser universellen und legitimen Organisation reguliert.“ Das sehen die USA offenbar anders. Vielleicht haben sie einen solchen Ansatz noch gar nie ernsthaft in Betracht gezogen.

Aber zurück zur „berüchtigten“ Monroe-Doktrin. Überraschenderweise beabsichtigte diese nicht immer, unabhängige und fortschrittliche lateinamerikanische Staaten einzuschüchtern und brutal zu behandeln. Gemäß dem US-Außenministerium strebte sie Folgendes an:

„In der Monroe-Doktrin wurde der politische Grundsatz einer Beendigung der europäischen Kolonialisierung auf dem amerikanischen Doppelkontinent festgelegt. Dieser prägte die US-amerikanische Außenpolitik seit 1823. Sie besagte, dass weitere Bestrebungen der europäischen Staaten hinsichtlich einer Rekolonialisierung der unabhängigen Staaten in Nord- oder Südamerika als ‚Ausdruck einer feindseligen Haltung gegenüber den Vereinigten Staaten‘ angesehen würden“.

Demzufolge hatte die Doktrin zumindest theoretisch das Ziel, die Expansionspolitik der europäischen Kolonialmächte zu bremsen. Heutzutage kann man sich das kaum noch vorstellen. Wie bedauerlich, dass sich die Monroe-Doktrin in der neueren Geschichte zu einem skrupellosen Werkzeug der Unterdrückung entwickelt hat!

Sie wurde von den USA, völlig im Widerspruch zu ihrer eigentlichen Bedeutung, dazu benutzt, mehr oder weniger alle patriotischen,

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