Hilflose Helfer

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04-05-19 08:35:00,

Am 10. August 2012 gab Michael Nebe n-tv ein Interview, welches sich mit dem Thema Entwicklungshilfe beschäftigte (1). Immer mehr junge erfolgreiche Afrikaner wie Dambisia Moyo (2) oder Axelle Kabou (3) sprechen sich gegen internationale Entwicklungshilfe aus. Mit Geld alleine, das meist nicht ankommt, wo es ankommen soll, kann kein Wandel herbeigeführt werden.

Das System selbst beweist diese Behauptung. Der wichtigste Faktor für Wandel ist Bildung. Die Rückständigkeit des afrikanischen Kontinents sei allzu oft auf die verfehlte Entwicklungspolitik der Geberländer zurückzuführen. Seit den 1960er Jahren sind viele hundert Milliarden Euro, genaue Zahlen kennt keiner, in die südliche Hemisphäre geflossen, ohne dass diese gigantischen Geldsummen irgendeinen Fortschritt eingeleitet hätten.

Anstelle von vorweisbaren Erfolgen nach einem halben Jahrhundert Entwicklungshilfe geht es den Menschen in der Sahelzone heute schlechter als je zuvor. Viele hundert Millionen Menschen vegetieren vor sich hin und verhungern dort, wo schon so lange so viel Geld wie Wasser im Saharasand versickert ist.

In den 25 Jahren, die Sandrine überblickt, entstand aus der Entwicklungshilfe ein neuer Dienstleistungssektor. Die ersten Entwicklungshelfer, die nach Afrika gingen, waren Brunnenbauer, Schreiner oder Landwirte mit hohen Idealen. Heutzutage werden Projekte von verschiedenen Geldgebern gemeinsam finanziert und durchgeführt. Ein Ding der Unmöglichkeit. Der bürokratische Aufwand übersteigt oft das Finanzvolumen. Strategiepapiere und Leitbilder für die Strategien werden entwickelt.

Die Managementebene besteht aus Betriebswirten und Juristen in schicken Anzügen, die sich selbst als Spezialisten der Materie bezeichnen. Man stelle sich diese Herren im Wüstensand bei 45 Grad Celsius vor, aber dort geraten sie ja nie hin.

Der eine jongliert mit Zahlen und bedient sich allerlei statistischer Methoden, bis das gewünschte Ergebnis nachgewiesen werden kann, unabhängig davon, ob es erreicht wurde oder nicht. Der andere sichert das ganze Konstrukt rechtlich ab, so dass, auch wenn das Ziel nicht mal annähernd erreicht wurde, eine maximale Ausschüttung für sie herausspringt.

Dies ist heute ja nicht nur in der Entwicklungshilfe so, das System funktioniert auf allen Ebenen in allen Bereichen. Schlimm wird es dann, wenn Menschen auf Grund dieses Systems verhungern und das nicht einmal in Betracht gezogen wird. Die gut verdienenden Manager kommen nie auch nur in den Dunstkreis eines dahinsiechenden afrikanischen Bauern irgendwo im Sahel. Was das ganze Projektgetue aber besonders verwerflich macht: Genau diese Menschen, die weniger als einen Euro pro Tag zur Verfügung haben und deren Überleben nicht gesichert ist,

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