Macron: Regieren mit Fake News?

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04-05-19 08:58:00,

Bild: Pixabay License

Innenminister Christophe Castaner werden offenkundige Falschaussagen zur Gewalttätigkeit von Demonstranten vorgeworfen

Der französische Innenminister Christophe Castaner wird der Lüge bezichtigt. Vorwürfe, dass Innenminister die Wirklichkeit verzerren, sind an sich nichts Ungewöhnliches, aber in dem Fall, um den es hier geht, hat das eine ganz eigene Höhe. Weil Macron den Fake News den Kampf angesagt hat (Frankreich: Nationalversammlung stimmt für Gesetzentwürfe gegen “Fake News”) und seiner Regierung nun genau dies vorgehalten wird – mit einer Begründung, die derart solide ist, dass Castaner bereits zurückrudern musste. Die Anklage hat sich gedreht.

Am 1. Mai gab der Innenminister via Twitter eine Erklärung ab, wonach die Gewalt der Demonstranten eine Schwelle überschritten hat, die man nicht überschreiten darf. Ein Krankenhaus sei angegriffen worden, mit Gewalt sollten die Übeltäter versucht haben, in die Pariser Pitié-Salpêtrière einzudringen. Nur durch den Einsatz der Polizei sei Schlimmes verhindert worden, da auch Krankenhausangestellte Ziel der Attacken waren. Außerdem, so hieß es in späteren Erklärungen seien Dinge entwendet worden. Die Aussagen des Innenministers waren Vorwürfe, die sich letztlich gegen die Demonstranten des 1. Mai und gegen Gelbwesten richteten.

Dem folgten zahlreiche, nicht selten mit Wut über diese ungeheure Tat befeuerten Erklärungen aus der Regierung, von der Leitung des Krankenhauses und in Medien, die das aggressive Vorgehen scharf verurteilten. Die Vorgänge passten gut zum Image der Gelbwesten, zu den Gewalttaten, die bei ihren Demonstrationen bereits begangen wurden und ihren Kompagnons aus den Black Blocks.

Die Demontage

Dann war es ausgerechnet das Video eines Krankenhausangestellten, der auch schon mal bei RT, einem Hauptadressaten bei Macrons Kampf gegen Fake News, aufgetreten war, das den Anfang der Demontage der Regierungsstory machte. Es zeigt, aufgenommen aus dem Inneren des Krankenhauses, wie eine Gruppe von Menschen in einen Hof oder ein Gelände strömt und dann eine Außentreppe hochlauft, die zum Ort des Filmers führt, der aus einem Krankenhaus heraus aufnimmt, wohin die Gruppe will.

Aber sie kamen erstens nicht hinein und unternahmen zweitens keinen ernsthaften Versuch, sich den Eintritt mit Gewalt zu verschaffen.

Es ging laut zu, ja. Die Verriegelung der Tür funktionierte nicht. So mussten die Angestellten den Riegel hochhalten, um die Tür gegen eine sichtlich aufgeregte Menge,

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