Tagesdosis 4.5.2019 – Klassengesellschaft ins Visier nehmen | KenFM.de

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04-05-19 09:28:00,

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Ein Kommentar von Susan Bonath.

Wie riesige Kraken grasen Monopolkonzerne den Planeten Erde ab. Sie zerstören ihn nachhaltig und vertreiben Millionen. Die digitale Revolution setzt dennoch nicht nur Massen von Lohnabhängigen frei und lässt sie verarmen. Sie ermöglicht immer umfassendere und wirksamere PR- und Überwachungsstrategien, um die Bevölkerungen ideologisch zu manipulieren, zu kontrollieren, zu spalten, gegeneinander zu hetzen und ihre Ängste gezielt zu kanalisieren. Das neoliberale Management des Spätkapitalismus im 21. Jahrhundert stellt die arbeitende Klasse vor gewaltige Herausforderungen.

Hoppla, Klassengesellschaft ist ja ein „böses Wort“. Das darf man nicht mal denken, das tun nur „ewig Gestrige“. Vermutlich wollen die auch Gulags bauen. Wissen wir doch aus dem Fernsehen. CDU und CSU, FDP und AfD, die „Bild“ und so manches „alternative“ Medium“ predigen das auch. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und die Grünen reden auch lieber von Milieus. In der Linkspartei ist man sich nicht sicher, ob die Arbeiterklasse überhaupt noch existiert. Und die SPD baut auf „Sozialpartnerschaft“.

Nun ja, niemand fühlt sich gern als schnödes Humankapital, stets abrufbar, betriebsbereit und austauschbar, vom Jobcenter in den Niedriglohnsektor gezwungen, von Entlassungswellen in Angst versetzt und falls die Bandscheibe nicht mehr mitspielt, zum unnützen Esser deklassiert. Da redet der Untertan sich lieber das spätkapitalistische Arbeitslager schön, zieht dankbar, zum Mob formiert, gegen ihm vorgesetzte alternative Feindbilder zu Felde und kriecht besonders unterwürfig für kleinste Privilegien vor seinem Chef.

Dabei lassen die gegenwärtigen Erscheinungen keine Zweifel: Die Klassengesellschaft existiert, der Klassenkampf von oben tobt. Einer Minderheit gehört die Wirtschaft. Die befiehlt dem Staat, schreibt die Gesetze und lebt von der Arbeit der Mehrheit. Blöderweise senken Maschinen, Roboter und Computer den Bedarf an Arbeit drastisch. Humankapital wird nutzlos für´s Kapital. Die Ghettos wachsen, und Millionen ziehen auf der Suche nach Jobs und Perspektiven durch die Lande.

Was soll´s, der Kapitalismus ist alternativlos. Das bläuen uns Frau Merkel, Herr Lindner, Frau Nahles und Herr Gauland unisono ein. Dieser Kapitalismus mit seiner gigantischen Profitmaschine, die alles nach oben spült. Und die ein gewisser Karl Marx schon vor 150 Jahren ein „automatisches Subjekt“ nannte: abstrakt und entpersonalisiert,

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