Wir sind Frieden

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04-05-19 08:38:00,

Freiheitsaktivistin — was heißt das?

Freiheit ist für mich eine Lebenseinstellung. Ich achte sehr darauf, dass meine Freiheit nicht angetastet wird. Es geht um die Freiheit meiner Gedanken, meiner Äußerungen, meines Handelns. Ich lasse mich ungern gängeln — frei zu sein ist für mich ein Grundbedürfnis wie Atmen.

Darum bist du Aktivistin geworden?

Ja! Ich sah meine Freiheit durch konkrete Bedrohungen zunehmend eingeschränkt — ACTA, ESM, INDECT (1) sind für mich Eingriffe in das Selbstbestimmungsrecht. Außerdem will ich meine Söhne nicht im Krieg verlieren. Ich musste einfach aktiv werden.

Aktiv werden heißt was?

Zum Thema ESM habe ich 2012 alle Bundestagsabgeordneten aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und halb NRW direkt angeschrieben und erläutert, warum der ESM nicht befürwortet werden darf. Am Tag der Abstimmung zum ESM gab es Proteste, gleichzeitig fand der Hungermarsch gegen Nahrungsmittelspekulation von Frankfurt nach Berlin statt. So fing meine Demo-„Karriere“ an. Mein Mann und ich schlossen uns dem Hungermarsch ab Erfurt für 3 Tage an und haben auch die letzten zwei Etappen nach Berlin mitgemacht. Bei den Protesten gegen INDECT und Monsanto und für ein Recht auf sauberes Trinkwasser bin ich zuerst mitgelaufen, wurde aber zunehmend als Sprecherin aktiv. Am 12. April 2014 haben wir in Bremerhaven die erste Mahnwache organisiert; anschließend war ich jeden Montag auf der Straße.

In der Mahnwachen-Szene bist du sehr bekannt. Wie kommt das?

Das kam durch meine Rede bei der ersten bundesweiten Mahnwache im Juli 2014 in Berlin. Bei der Mütterrede ging es nicht um die klassischen Themen der Politik, sondern ich machte — mit Bezug auf das alte Griechenland — deutlich, was Krieg aus der Sicht der Mütter heißt. Es ging um Lysistrata und die Möglichkeit der Frauen, durch Liebesentzug den Kriegen der Männer ein Ende zu setzen. Darauf folgten Anfragen, ob ich auch woanders reden könnte. Im Herbst bin ich von einer MW zur nächsten gefahren, immer mit anderen Themen. Bei der ersten globalen Mahnwache am 6. Dezember gab es in Wien dann die „Arschloch“-Rede.

Bitte was?

Die Mahnwachen waren 9 Monate alt, es war an der Zeit, das Kind auf die Welt zu bringen. Unser Kind hatte viele Eltern. Aber damals begann bereits die leidige Distanziritis. Das wollte ich mit der A-Rede verdeutlichen. Kurz erzählt: Die Organe des Körpers streiten sich,

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