Situation von Flüchtlingen in Libyen: Jedes Schulkind könnte die Ursachen besser erklären, als der Spiegel | Anti-Spiegel

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05-05-19 02:19:00,

Im Spiegel erschien heute ein Kommentar des Redakteurs Maximilian Popp zur Lage der Flüchtlinge in Libyen. Dort wird keinerlei Ursachenforschung betrieben, der Leser wird im Gegenteil für dumm verkauft. Wer verstehen will, wie es zu so inkompetenten Kommentaren kommen kann, muss sich mit dem Autor auseinandersetzen.

In dem Kommentar geht es unter der Überschrift „Flüchtlingselend in Libyen – Barbarei im Namen Europas“ um die Situation der Flüchtlinge in Libyen. Und niemand kann bestreiten, dass deren Lage dort unmenschlich ist. Aber wie üblich, wenn im Spiegel Ursachenforschung betrieben wird, geht es nicht um die wahren Ursachen, sondern darum, von ihnen abzulenken.

Herr Popp beschreibt korrekt und wortreich die menschenunwürdige Lage der Menschen und die Tatsache, dass die EU versucht, das Problem auf Libyen abzuwälzen. Und nach langen und bildlichen Ausführungen dazu kommt er zu einem fast richtigen Schluss:

„Die Europäer (…) tragen an der Barbarei, die dort passiert, eine Mitschuld.“

In Wahrheit tragen die Europäer keine Mitschuld, sondern gemeinsam mit den USA die Alleinschuld an dem Elend in Syrien. Dazu gleich mehr.

Bevor Herr Popp zu diesem Schuss gelangt, erklärt er, was seiner Meinung nach passieren müsste, um mit der Situation umzugehen. Natürlich soll die EU alles bezahlen und vor allem die Flüchtlinge aufnehmen. Es gipfelt in folgender Forderung:

„Die EU sollte stattdessen legale Wege für Flüchtlinge nach Europa schaffen, also in Resettlement-Programme investieren, den Familiennachzug fördern und humanitäre Visa vergeben.“

Es ist also ein weiterer Artikel, der die Leser in Deutschland nach Schilderung des Elends der Menschen dazu bringen soll, massenhafte Umsiedlung aus Afrika gut zu finden. Und sei es auch nur aus humanitären Gründen.

Was Herr Popp dabei aber völlig ignoriert, sind die Schuldfragen, aus deren Beantwortung sich eine wirkliche Lösung für die betroffenen Menschen ergibt. Diese Fragen sind: Warum ist es zu der Flüchtlingsbewegung aus Afrika gekommen? Und warum ist die Lage in Libyen so schrecklich, wie sie heute ist?

Die Antworten sind schnell gegeben: Zu der Flüchtlingsbewegung aus Afrika ist es gekommen, weil die EU mit Handelsverträgen die lokale Wirtschaft in den afrikanischen Ländern zerstört, indem sie industriell produzierte und subventionierte Waren dort hin exportiert, gegen die die örtlichen Unternehmen nicht konkurrieren können. Und ihre Märkte dürfen die afrikanischen Länder nicht mit Zöllen schützen,

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