Achtung Kulturpropaganda: Das destruktive Potenzial von Videospielen

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06-05-19 12:07:00,

Die Kollaboration zwischen Hollywood und Pentagon ist bekannt – doch auch Videospiele sind potenzielle Vehikel für Propaganda von Kriegstreibern oder Religionen. In China werden Games nun streng zensiert, in Deutschland macht ein fragwürdiges neues Kriegsspiel die Runde. Von Tobias Riegel.

Die Zusammenarbeit großer Hollywood-Film-Studios mit dem US-Verteidigungsministerium und mit Geheimdiensten ist bekannt – die NachDenkSeiten haben diese Kollaboration zum Zwecke der Kultur-Propaganda etwa hier beschrieben, weitere Informationen gibt es etwa hier. Dass diese Praxis auch in Europa etabliert ist, betonte das das Medium „DefenseNews“ anlässlich der letzten Filmfestspiele von Cannes:

„Das französische Verteidigungsministerium hat das Team Cinema Mission gegründet, um die Beziehungen zwischen dem Heer und der Filmproduktion zu stärken: von der Beratung bei der Erstellung von Drehbüchern bis hin zur Kommunikation bei der Verbreitung. Es gibt auch ein Angebot von Militärberatern für Dreharbeiten, Bereitstellung von Ausrüstung, Zugang zu Archiven, Finanzierung und Koproduktion. […] Das Informations- und Kommunikationsbüro des französischen Verteidigungsministeriums wird an den Filmfestspielen in Cannes teilnehmen, um eine stärkere Verbindung zwischen Kinoproduktion und Militär zu fördern, so das Ministerium.“

Das große Propaganda-Potenzial der Videospiel-Branche

Dass auch Videospiele für Kriegs-Propaganda und politische oder religiöse Indoktrination genutzt werden, darauf weisen zwei aktuelle Vorgänge hin. Zum einen hat China – der weltgrößte Markt für Videospiele – kürzlich die Zensur-Regeln für neue Videospiele stark verschärft. Zum anderen wird aktuell – unter anderem von der „Bild“-Zeitung – das neue kostenlose Online-Spiel „Conflict Of Nations – World War III“ verbreitet, das nicht nur nach chinesischen Kriterien als blanke Kriegspropaganda bezeichnet werden kann.

Anlässlich dieser Vorgänge soll hier das Propaganda-Potenzial der Videospiel-Branche beleuchtet werden. Gleichzeitig soll betont werden, dass es auch zahlreiche kritische, bildende, positiv berauschende oder einfach nur gut unterhaltende Videospiele gibt. Hier soll keine ganze Branche pauschal diffamiert werden – wohl aber soll das ihr innewohnende destruktive Potenzial verdeutlicht werden.

Videospiele: Mehr Umsatz als Musik und Film zusammen

Um die Relevanz des „Unterhaltungs“-Segements Videospiel zu verdeutlichen, sei hier auf die Umsätze der Spiele-Produzenten verwiesen. So wird laut US-Medien mehr mit Games verdient als mit Filmen und Musik zusammengenommen. Im Jahr 2017 setzte die Spiele-Branche demnach weltweit 121,7 Milliarden US-Dollar um.

Unter diesen Spielen gibt es viel Unverfängliches und Großartiges – aber auch eine ganze Reihe skandalöser Propaganda-Vehikel.

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