“Es zählt nur das, was ökologisch notwendig ist, um diese Krise abzuwenden”

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07-05-19 08:28:00,

Aktion von Extinction Rebellion France‏am 17. Aptil. Bild: @XtinctionRebel

Ein Telepolis-Gespräch mit AktivistInnen der jungen radikalen Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion

Mit spektakulären direkten Aktionen kämpfen Mitglieder der neu gegründeten Klimaschutzbewegung Extinction Rebellion für einen raschen, radikalen Wandel der globalen Klimapolitik. Die Menschheit stehen vor einer beispiellosen globalen Klimakatastrophe, während die Politik versage, obwohl die Lösungen “auf dem Tisch” lägen, hieß es in Aufrufen der Gruppe: Es gehe um das “Überleben der Menschheit”. Telepolis sprach mit dem Aktivisten Karim Abu-Omar über die Praxis und Perspektiven radikaler Klimaschutzbewegungen. Abu-Omar ist Mitglied des Presseteams von Extinction Rebellion.

In ihren Aufrufen heißt es oft sinngemäß, die Menschheit verliere angesichts der Klimakrise gegen die Zeit. Ist es wirklich so schlimm? Ist tatsächlich eine Rebellion gegen das drohende Aussterben des Spezies Mensch notwendig?

Extinction Rebellion: Nun ja, darf ich zitieren? “Die Welt riskiert es, den Punkt zu überschreiten, an dem es kein Zurück mehr beim Klimawandel gibt, was verheerende Folgen für die Menschen auf dem Planeten und die natürlichen Systeme, die diese erhalten, hat.” Wenn so der Generalsekretär der Vereinten Nationen spricht, neben vielen anderen hochrangigen Politiker*innen, die sich ähnlich geäußert haben, dann sollte man vielleicht besser zuhören.

Kritiker werfen Ihnen gerne vor, Sie würden Apokalyptik betreiben. Wie reagieren sie auf solche Vorwürfe?

Extinction Rebellion: Ich habe da immer einen recht einfachen Vorschlag. Versuchen Sie mal sich Reden von namhaften Klimawissenschaftler*innen anzuhören oder Bücher, die diese zu dem Thema geschrieben haben, zu lesen. Da werden Sie schnell merken, es ist verdammt ernst. Ich bin selbst Wissenschaftler und kenne deren Ausdrucksweisen. Die schlagen im Moment in alle Richtungen Alarm.

Wieso hat die Klimawissenschaft in den vergangenen Dekaden dermaßen versagt bei der Prognose des Klimawandels? Wirkten da die kapitalistischen Machtstrukturen in den wissenschaftlichen Apparat hinein?

Extinction Rebellion: Ich sehe das Versagen nicht aufseiten der Klimawissenschaft, deren Prognosen sind erstaunlich gut und das schon jahrzehntelang. Die Politik hat versagt – und zwar auf ganzer Linie. Und genau da hinein, also in die Politik, ragen die “kapitalistischen Machtstrukturen”, die sie ansprechen. Alle großen politischen CO2-Reduktionsbeschlüsse der letzten Jahre, angefangen mit dem Kyoto-Protokoll von 1997, haben nichts gebracht, die CO2 Emissionen sind stattdessen weiter gestiegen. Der Grund ist natürlich,

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