Der Spiegel als Lobbyist für US-Fracking-Gas | Anti-Spiegel

der-spiegel-als-lobbyist-fur-us-fracking-gas-|-anti-spiegel

08-05-19 04:23:00,

Wieder einmal berichtet der Spiegel negativ über Nord Stream 2. Für jemanden, der den Sachverhalt nicht kennt, klingt der Artikel sehr sachlich. Tatsächlich ist er ein anschauliches Beispiel für Meinungsmache.

Die EU braucht mehr Gas. Das bestreitet niemand, denn die Nachfrage nach Gas wächst, aber die Förderung der eigenen Vorkommen, vor allem in der Nordsee, geht zurück. Russlands bestehende Pipelines durch die Ukraine, Weißrussland und die Ostsee (Nord Stream 1) sind bei fast 100 Prozent Auslastung. Um die steigende Nachfrage zu bedienen muss also ein Lösung her.

In diese Lücke wollen die USA mit ihrem Fracking-Gas stoßen. Das Problem ist, dass Fracking erstens extrem umweltschädlich und zweitens sehr teuer ist. Und dann kommt noch der teure Transport hinzu, bei dem das Gas in Terminals verflüssigt werden muss, bevor es auf spezielle Tanker verladen werden kann. Diese Flüssiggas (LNG) wird dann nach Europa gefahren und dort ebenfalls in Terminals zurück in den gasförmigen Zustand gebracht.

Diese Kombination aus teurer Förderung und teurem Transport führt dazu, dass das US-Gas, wenn es in der EU ankommt, ca. 30 Prozent teurer ist, als das russische Gas.

Wenn die EU keine wirtschaftlichen Nachteile durch unnötig teure Energie haben möchte, dann hat sie ein großes Interesse daran, günstiges Gas aus Russland zu beziehen, anstatt teures Gas aus den USA. Hinzu kommt, dass Russland, bzw. vorher die Sowjetunion, seit Jahrzehnten immer zuverlässig geliefert hat, egal wie schwierig die politische Lage zwischen Russland und dem Westen auch gewesen sein mag.

Soweit die Fakten.

Heute berichtet der Spiegel, dass die ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz einen Brief an die EU geschrieben hat, mit dem sie Nord Stream 2 in letzter Minute verhindern will:

„Der staatliche ukrainische Gaskonzern Naftogaz hat bei der EU-Kommission Beschwerde gegen das deutsch-russische Pipelineprojekt Nord Stream 2 eingelegt. Zur Begründung hieß es, man könne keine wirtschaftliche Begründung für den Bau der Pipeline erkennen, weshalb „ihr Zweck nur wettbewerbswidrig sein“ könne, erklärte Naftogaz.“

Die Ukraine hat Interessen, daher kann man ihr nicht einmal übel nehmen, wenn sie so etwas schreibt. Aber der Spiegel sollte neutral berichten und auf die oben genannten Fakten hinweisen. Tut er aber nicht, er berichtet nur über das Schreiben der Naftogaz und verbreitet nur deren Standpunkt. Das nennt man „einseitig informieren“.

Die Ukraine ist zu einem US-Vasallen geworden und so verwundert es nicht,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: