Dumme, willkürliche Machtpolitik

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08-05-19 04:12:00,

Erich Gysling

Erich Gysling / 08. Mai 2019 –

Iran hat sich an Abkommen gehalten – die USA nicht. Was die Trump-Administration jetzt tut, ist skandalös und menschenverachtend.

Ich wähle diese Worte als jahrzehntelanger, kritischer Iran-Beobachter. Man kann dem Regime in Teheran manches vorwerfen: Ja, es trägt Mitschuld daran, dass Assad in Syrien seine Macht wieder konsolidieren konnte. Aber taten, tun das die USA nicht ebenso, indem sie (ebenfalls) islamistische Oppositionskräfte unterstützten oder gewähren liessen?

Iran hilft, in allerdings begrenzter Weise, den Huthi-Rebellen in Jemen – ist das schlimmer als die aktive Hilfe der USA für die Luftwaffe Saudiarabiens, das in Jemen einen Flächenbombenkrieg gegen die jemenitische Bevölkerung führt? Iran liefert Material für den Raketenbau der Hamas respektive des islamischen Jihad in Gaza und noch intensiver für Hizballah in Libanon. Aber Iran hat, durch seine al-Quds-Brigaden, auch entscheidend dazu beigetragen, dass der terroristische „Staat“ IS, in Irak und teils in Syrien, weitgehend besiegt wurde.

Iran ist schwierig, eigensinnig, widerspenstig – es ist nicht harmlos. Aber Iran hat sich bisher an das gehalten, was unterschrieben wurde. Im Gegensatz zu Trumps USA, die willkürlich Machtpolitik betreiben. Und dabei die ganze Welt als Geisel nehmen – indem sie die Industrie und die Banken, auch bei uns, in der Schweiz, daran hindern, legitime Geschäfte mit Iran zu betreiben. Von Bekannten in Teheran vernehme ich, dass in den Apotheken selbst Aspirin nicht mehr erhältlich ist.

Entspricht das Standards, die wir bis vor kurzem noch für allgemeingültig erachtet haben? Nein.

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