Ein Mensch im Kampf gegen „Grosse Heuchelei“: „Ich will Kriege richtig schwer machen“

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08-05-19 04:24:00,

Vor 74 Jahren endete die wohl größte Tragödie aller Zeiten mit der bedingungslosen Kapitulation Hitler-Deutschlands. Völkerrechtswidrige Kriege werden immer noch auf Erden, vor allem im Mittleren Osten, weiter geführt, oft mit der Beteiligung Deutschlands. Der prominente Publizist Dr. Jürgen Todenhöfer erzählte Sputnik, warum er sich dagegen wehrt.

Ob Syrien, Libyen, Irak, Afghanistan, Pakistan oder Gazastreifen – Jürgen Todenhöfer, der einstige Bundestagsabgeordnete von der CDU, hat mehrere Krisenherde der Welt bereist und die Kriegskatastrophen vor Ort dokumentiert. Meist begleitet von seinem Sohn Frederic. Jürgen und Frederic Todenhöfer sind wohl die einzigen Europäer, die im Syrienkrieg mit allen Seiten sprachen: den Rebellen, dem IS* und Präsident Baschar al-Assad.

Jürgen Todenhöfer schreibt in seinem neuen Buch Klartext über die westliche Heuchelei

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Sputnik / Tilo Gräser

Diese Erfahrungen bringt Jürgen Todenhöfer den Lesern in seinem neuesten Buch „Die große Heuchelei – wie Politik und Medien unsere Werte verraten“ näher. (Co-Autor des Buches ist Frederic Todenhöfer)  

Herr Dr. Todenhöfer, Sie setzen sich leidenschaftlich und konsequent gegen die „rechtswidrigen Kriege“ des Westens ein. Warum tun Sie das? Glauben Sie etwa, dass einzelne Menschen die jahrtausendelange Geschichte der Kriegsführung ändern können?    

Ich möchte die Kriege schwieriger machen. Die Politiker erleichtern sich die Kriegsführung dadurch, dass sie gegenüber der Bevölkerung behaupten, sie würden für edle Werte kämpfen, wie Demokratie und Menschenrechte. In Wirklichkeit werden alle Kriege des Westens seit Christoph Kolumbus um Interessen geführt, sei es Macht, Geld oder Öl. Zwar leben wir in Deutschland in einem demokratischen Rechtsstaat, aber wenn man uns nicht die wahren Gründe der Kriegsführung sagt, dann werden wir von der demokratischen Willensbildung in der Außenpolitik völlig ausgeschaltet.

2001 hatte sich Deutschland am Krieg der USA gegen Afghanistan aus Bündnispflichten beteiligt, obwohl die geostrategischen Interessen der USA dahinter steckten. Der Bevölkerung sagte man aber, wir würden dadurch den afghanischen Mädchen den Schulzugang ermöglichen. Hätte die Bevölkerung die wahren Gründe hinter dem Krieg gekannt, hätte sie nein gesagt.

Hätten die Deutschen dann nicht mit einem Konflikt mit den USA rechnen müssen?

Dem Irak-Krieg hatte sich die Bundesregierung 2003 doch entgegengestellt. Nach der Verfassung dürfen wir uns an Kriegen nur entweder zur Verteidigung unseres Bündnisgebietes oder nach der Zustimmung des UN-Sicherheitsrates beteiligen, was mit Afghanistan nicht der Fall war. Alles andere inklusive der Angriffskriege ist rechtswidrig.         

Kritisch sehe ich alle Kriege,

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