pause-machen

14-05-19 07:44:00,

von Michel Glitza

Die Menschheit hat viel erreicht. Egal was sonst ist – das kann man nicht abstreiten. Wir fliegen ins All, erkunden andere Planeten, schauen uns die Welt von oben an und schicken Satelliten in andere Galaxien. Wir haben das Internet geschaffen und die Welt auf eine nie dagewesene Weise vernetzt. Wir haben Technik, die uns das Leben erleichtert. Jetzt nach all den Jahrzehnten des unaufhörlichen, explodierenden technischen Fortschritts wird es jetzt Zeit, eine Pause zu machen.

Der Mensch braucht Ruhephasen, um das Erlebte zu verarbeiten, das liegt in unserer Natur. Selbst bei der Arbeit muss man sich mal hinsetzen. Wir haben uns eigentlich viel zu schnell entwickelt. Viele kommen da nicht mehr mit und fordern auch daher die guten, alten Zeiten zurück. Zu schnell verändert sich die Welt um uns herum.

Wir können uns doch jetzt eigentlich einfach mal zurücklehnen und tief durchatmen. Die Dinge zunächst in Ruhe betrachten.

Wir hetzen wie die Irren durch die Welt. Augen aufs Display, nebenbei noch geschäftlich telefonieren. Dabei verliert man nicht nur die Welt aus den Augen, sondern auch sich selbst. Und in unserer Überforderung suchen wir nach Schuldigen. Meist reicht der Blick in den Spiegel. So können wir dann auch leicht gegeneinander aufgebracht werden.

Das Ganze wird von kleinen Gruppen aus dem Hintergrund vorangetrieben. Und das muss uns doch auch endlich klar werden. „Wir sind mehr!“ ist auf so viele Weisen richtig. Auch in dem Punkt, dass es nur wenige sind, die versuchen, über uns zu herrschen. Aber es ist unsere Entscheidung, ob wir das zulassen wollen oder eben nicht. Was will das eine Prozent denn gegen die Milliarden Menschen ausrichten, wenn wir nur zusammenhalten? Davor haben diese Leute Angst und spalten uns deshalb erfolgreich in rechts und links, schwarz und weiß, jung und alt.

Wir müssen endlich erkennen, was wir wirklich sind. Eine Menschheitsfamilie! Und in einer Familie gibt es auch mal Streit. Aber deswegen erschlägt man doch nicht gleich seine Verwandtschaft. Man rauft sich zusammen und redet darüber.

Und wenn man jemanden nicht mag, dann sieht man ihn so wenig wie möglich, aber nimmt nicht eine Kampfdrohne und legt ihn und alle anderen im Umkreis gleich mit um – oder? Der Kontext in unserem Kopf verändert das Denken.

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