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14-05-19 07:41:00,

Goldener Bremsklotz, infosperber, investigativ.ch
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investigativ.ch

Der Schmähpreis «Goldener Bremsklotz» ist die Rote Karte für Informationsverhinderer

Tobias Tscherrig / 14. Mai 2019 –

Der «Goldene Bremsklotz» von Investigativ.ch geht an Jørgen Bodum. Damit ist er der grösste Informationsverhinderer von 2019.

Jørgen Bodum kommt aus Dänemark, ist Wahlschweizer, Geschäftsleiter des Küchenutensilien-Herstellers «Bodum AG» und besitzt ein Vermögen von schätzungsweise 175 Millionen Franken. Nun erhält er den Schmähpreis «Goldener Bremsklotz» des Recherchenetzwerks investigativ.ch. Bodum verzeigte die Journalistin Jana Avanzini, weil sie 2016 für eine Reportage des Onlinemagazins zentralplus.ch das besetzte Bodum-Grundstück in Luzern betreten hatte.

«Avanzini wollte sich mit eigenen Augen ein Bild über den Zustand des Hauses machen. Sie machte damit genau das, was Journalisten tun sollen: Die Öffentlichkeit mit relevanten Informationen aus erster Hand versorgen», begründet investigativ.ch die Preisvergabe an Bodum. Für den millionenschweren Industriellen habe die Journalistin damit aber Hausfriedensbruch begangen.

Der Augenschein vor Ort war besonders wichtig, weil die Bodum-Villen unter Ortsschutz stehen und nur durch einen Neubau ersetzt werden dürfen, «wenn eine Sanierung aus statischen Gründen nicht möglich oder aus wirtschaftlichen Gründen unverhältnismässig wäre». Journalistin Avanzini ging der Frage nach, weshalb die prächtigen Häuser leer stehen – und verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die Besitzer die Gebäude nicht absichtlich verlottern lassen um sie dann abbrechen zu können.

Jørgen Bodum doppelt nach

Kurz bevor das besetzte Grundstück geräumt wird, betritt die Journalistin das Gebäude und verfasst die Reportage «Ein Besuch in der Besetzung ‹Gundula› – Auf ein Bier mit Besetzern und Alt-68ern». Nachdem Bodums Rechtsanwalt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch gegen unbekannt einreicht, flattert auch bei Avanzini ein Strafbefehl ins Haus. Sie war vor Ort, ihr Text belegt das einwandfrei.

Die Redaktion von «zentralplus» steht hinter der Journalistin und organisiert ein Crowdfunding. Mit dem gesammelten Geld erhebt Avanzini Einsprache gegen den Strafbefehl. Sie ist erfolgreich, das Verfahren gegen die Journalistin wird eingestellt. Damit endet der Fall aber nicht. Bodums Anwalt reicht Beschwerde gegen die Einstellungsverfügung ein. Gemäss investigativ.ch verlangten Jørgen Bodum und sein Rechtsvertreter explizit,

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