wie-abgereichertes-uran-der-nato-die-menschen-und-die-natur-in-serbien-„bereichert“

14-05-19 05:49:00,

Die Halbwertszeit des Urans beträgt etwa 4,5 Milliarden Jahre. Der Stoff ist doppelt so schwer wie Zinn und viel giftiger als Quecksilber. Uranverbindungen verschwinden nie vollständig aus menschlichem bzw. tierischem Knochengewebe. Hinzu kommt, dass Uran sehr leicht verflüssigt werden und praktisch ewig in der Atmosphäre „hängen“ und sich weltweit verbreiten kann.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Nato-Kräfte im Jahr 1999 mindestens neun Tonnen Bomben mit abgereichertem Uran auf Jugoslawien abgeworfen haben. Das bedeutet, dass noch viele Generationen der Einwohner Serbiens und dessen Nachbarländer  die schädlichen Folgen der Giftstoff-Einsätze zu spüren bekommen werden.

Untersuchung der Folgen der NATO-Bombenangriffe gegen Jugoslawien (Archivbild)

©
AP Photo / Visar Kryeziu

Der Toxikologe und Leiter des serbischen Zentrums für Strahlenschutz Radomir Kovacevic verwies darauf, dass die Nato jahrelang behauptet hatte, keine Munition mit Uran-238 eingesetzt zu haben. Dann aber räumte die Allianz ein, dass während der Bombenangriffe gegen das damalige Jugoslawien doch insgesamt 31 000 30-Millimeter-Geschosse mit abgereichertem Uran abgeworfen bzw. abgefeuert worden waren. (Jedes Geschoss war 298 Gramm schwer – insgesamt geht es um ca. 9,5 Tonnen.) Serbische Militärs schätzen diese Zahl ihrerseits auf 45 000 bis 51 000.

„Für die Strahlungsmessung war die UN-Struktur UNEP zuständig, die sich mit solchen Studien weltweit beschäftigt“, erläuterte der Experte. „Ihre Berichte gelten als maximal relevant. Nach der Nato-Aggression gab es insgesamt drei UNEP-Missionen in Jugoslawien. Die beiden ersten Berichte wurden gefälscht, aber die dritte Mission, die hier vom 27. Oktober bis 5. November 2001 weilte, veröffentlichte einen Bericht, der Angaben der serbischen Forschungen enthielt, die zeigten und bewiesen, welche radioaktiven Komponenten hier verwendet worden waren. Und das war nicht nur Uran-238, Uran-234 und Uran-235, sondern auch Plutonium und viele andere Radionuklide.“

Andere Sputnik-Artikel: So entfesselte die Nato einen Krieg: Demokratie-Lehre mittels Streu- und GrafitbombenAndere Sputnik-Artikel: Begriffsstreit: Was war das in Jugoslawien – „Militärhilfe“ oder Krieg?

 » Lees verder