The Wolff of Wall Street: Neoliberalismus | KenFM.de

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17-05-19 11:40:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12:00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Neoliberalismus“.

Beim „Neoliberalismus“ handelt es sich um eine Strömung innerhalb der Wirtschaftswissenschaft, die vor allem auf die „Kräfte des Marktes“ setzt und die in den vergangenen 50 Jahren erheblichen Einfluss auf die Politik gewonnen hat. Am besten lässt sich der Neoliberalismus verstehen, wenn man ihn seinem Gegenspieler im bürgerlichen Lager, nämlich dem Keynesianismus, gegenüberstellt.

Der Keynesianismus, der auf den britischen Ökonomen und Politiker John Maynard Keynes zurückgeht, verlangt, dass der Staat in Zeiten wirtschaftlicher Krisen helfend in das Geschehen eingreifen solle. Regierungen sollten die Wirtschaft zum Beispiel mit Hilfe großer Infrastrukturprojekte – wie dem Bau von Straßen, Brücken oder öffentlichen Gebäuden – ankurbeln. Auf diese Weise würden Arbeitsplätze geschaffen, die Menschen könnten das verdiente Geld wieder ausgeben und so die Wirtschaft über die erhöhte Nachfrage wieder in Gang bringen.

Der Neoliberalismus dagegen, der auf den österreichischen Ökonomen Friedrich von Hayek zurückgeht, lehnt staatliche Eingriffe in die Wirtschaft rigoros ab. Er steht auf dem Standpunkt, der Markt müsse entstehende Probleme ohne Eingriffe von außen regeln. Der Neoliberalismus kritisiert die in seinen Augen zu hohen Ausgaben des Sozialstaates und die ausufernde staatliche Bürokratie. Er fordert eine Politik der Austerität, also eine Sparpolitik des Staates, und setzt auf die Deregulierung, also die Abschaffung staatlicher Vorschriften, die die Wirtschaft einengen. Außerdem verlangt er die Privatisierung von Staatsbetrieben und die Liberalisierung des Welthandels, das heißt den Abbau von Handelshindernissen wie zum Beispiel Zöllen.

Der Neoliberalismus begründet seine Forderungen damit, dass der Staat seine Bürger nicht bevormunden dürfe, man auf die Initiative des Einzelnen setzen und vor allem den Wettbewerb ermutigen solle, da der ja dafür sorge, dass der Bessere sich durchsetzt und am Ende gewinnt.

Theoretisch hat das alles einen Hauch von Freiheit, Fairness und Chancengleichheit. Aber praktisch sieht das anders aus: Das erkennt man schon daran,

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