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21-05-19 09:59:00,

Das russische Fernsehen hat am Montagabend in den Hauptnachrichten die beste Analyse zum „Fall Strache“ geliefert, die ich bisher gesehen habe. Es werden die bekannten Fakten zum Video und auch zu der Hauptperson, der geheimnisvollen, angeblichen russischen „Oligarchen-Nichte“ genannt. Und auch auf die wichtige Frage „Cui bono“, wer profitiert davon, wird eingegangen.

Viele dieser Fragen wurden mir heute von Lesern per Mail gestellt und hier sind die bislang bekannten Antworten auf die offenen Fragen. Ich habe den Bericht übersetzt, es lohnt sich auch ohne Russischkenntnisse, den Beitrag des russischen Fernsehens anzuschauen, weil zusammen mit diesem Text viel auch so einigermaßen verständlich ist. Und wo es um das Strache-Video geht, ist es zum Verständnis nicht unwichtig, auch die entsprechenden Fragmente im Bericht anzuschauen.

Beginn der Übersetzung:

Die österreichische Staatsanwaltschaft lehnte es ab, Ermittlungen gegen den früheren Vizekanzler Heinz-Christian Strache wegen eines Video-Skandals einzuleiten. Aber das Video hat auch so seinen Zweck erfüllt. Das Kompromat wurde vor zwei Jahren aufgenommen, tauchte aber aus irgendeinem Grund erst jetzt auf, unmittelbar vor den Wahlen zum Europäischen Parlament.

Die Regierungskrise in Österreich ist das Ergebnis eines „kontrollierten Leaks“. So nennt man es, wenn ein Kompromat zum von den interessierten Organisatoren oder Diensten gewünschten Zeitpunkt an die Medien weitergegeben wird.

Die Situation ist ungewöhnlich, weil in diesem Fall die Medien, die deutschen „Der Spiegel“ und „Süddeutsche Zeitung“, die Herkunft des Videos nicht kennen.

„Vor ein paar Monaten wurde uns von diesem Video erzählt. Uns wurden die ersten Fragmente gezeigt, danach haben wir alle Aufnahmen auf einem USB-Stick in einem kleinen Hotel bekommen. Leider haben wir keine verifizierten Informationen darüber, wer hinter dem Video steht“ sagte die Redakteurin der Süddeutschen Zeitung Leila al-Serori.

Wie dem auch sei, die Spitzen der rechten Freiheitlichen Partei Österreichs, Strache und Gudenus, wurden Opfer einer klassischen Falle.

Zu Beginn der Aufnahmen, die 2017 auf Ibiza gemacht wurden, installiert ein Mann in weißer Hose, vermutlich der Besitzer des Hauses, die Kameras: Zwei in einem Zimmer und eine auf der Veranda. Auf dem Video trägt nur ein Mann eine weiße Hose, er ist Deutscher, der angebliche Freund der Frau, die in der Presse als „Nichte eines russischen Oligarchen, Alena Makarova“, bezeichnet wird. Doch laut Strache stellte sie sich als lettische Bürgerin vor.

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