Willy Wimmer zum Konflikt zwischen USA und Iran: „Wir leben auf einer Rasierklinge“

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21-05-19 02:36:00,

Donald Trump hat dem Iran am Wochenende mit dessen Auslöschung gedroht, doch Teheran lässt sich offenbar nicht einschüchtern. Angesichts des eskalierenden Konflikts schließen Beobachter einen Krieg zwischen den beiden Ländern nicht mehr aus. Auch der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär Willy Wimmer sagt, man müsse den Konflikt ernst nehmen.

Sputnik sprach mit Willy Wimmer.

Herr Wimmer, die Trump-Administration hat ja gerade Konflikte, wohin man schaut. Die größten Sorgen macht Beobachtern in der ganzen Welt wohl aber gerade die drohende Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Am Wochenende drohte der US-Präsident über Twitter dem Iran mit dessen Auslöschung. Wir kennen von Trump ähnliche Tweets gegenüber Nordkorea beispielsweise. Wie ernst müssen wir dieses Drohszenario nehmen?

Wir müssen das sehr ernst nehmen, und zwar aus zwei Gründen. Einmal, weil sich die Vorfälle häufen, aus denen gewohnheitsmäßig die Konflikte entstehen, wie die Erfahrungen mit den Vereinigten Staaten zeigen. Das zweite ist: Die Welt wird seit zwei Jahren von den inneramerikanischen Machtkämpfen zwischen Präsident Trump und der demokratisch-republikanischen Kriegskoalition im Kongress bestimmt.

Soldat der Iranischen Revolutionsgarde bei einer Rakete während des Tests (Archiv)

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AFP 2019 / STRINGER / SEPAH NEWS

Sie kämpfen um die Vorherrschaft in der imperialen Politik der Vereinigten Staaten. Das macht die ganze Situation zwischen Venezuela und Nordkorea unter Einschluss des Iran so brisant. Wir leben auf einer Rasierklinge, wenn man das im Zusammenhang mit der amerikanischen Verhaltensweise seit etwa Mitte der 90er Jahre sieht. Wir machen auch die Erfahrung, dass sich alles irgendwie gegen die Russische Föderation richtet. Eine unheilvollere Kombination von Ereignissen kann man nicht finden.

Der Iran wiederum reagiert selbstbewusst, trotz neuerlicher Sanktionen und Drohungen von US-Seite. Das Land selbst wolle keinen Krieg und niemand habe wohl die Illusion, dem Iran in der Region entgegentreten zu wollen, twitterte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif als Antwort auf Trumps Drohungen und empfahl dem US-Präsidenten, es mal mit Respekt zu versuchen. Kann sich der Iran eine so selbstbewusste Position erlauben oder muss er Zugeständnisse machen? 

Wir haben es mit einer Kulturnation zu tun, die über ausreichend historische Erfahrung verfügt, um feindlich gesonnene Kräfte einzuschätzen, und zwar so, dass man selbst dabei überleben kann. Außerdem muss man sehen: Bei dem Krieg des Iran gegen den Irak, wo die amerikanische Seite massiv Saddam Hussein unterstützt hat, hat jede iranische Familie Angehörige verloren.

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