Versailler Vertrag, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg | KenFM.de

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25-05-19 12:41:00,

Neuere Forschungsergebnisse, die nicht selten unbegründet als „Verschwörungstheorien“ oder „Geschichtsrevisionismus“ abgetan werden.

Von Wolfgang Bittner.

Als Verlierer des Ersten Weltkriegs wurde Deutschland durch den Versailler Vertrag mit Reparationen in immenser Höhe belastet. Zuerst waren es 20 Milliarden Goldmark (damals ca. 7.000 Tonnen Gold), eine spätere Forderung belief sich auf 269 Milliarden Goldmark, die in 42 Jahresraten ausgezahlt werden sollten.(1) Ein Teil sollte in Sachleistungen erbracht werden. Außerdem verlor Deutschland die Kolonien, musste 90 Prozent der Handelsflotte übergeben sowie zwölf Prozent der jährlichen Ausfuhren abtreten. Als das Deutsche Reich mit den Reparationszahlungen in Rückstand geriet, besetzten Anfang 1923 französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet.

Verursacht durch die Reparationszahlungen und diverse sonstige Leistungen entstand in Deutschland zunehmend eine explosive Stimmung. Die Arbeitslosigkeit wuchs ins Unermessliche, viele Menschen hungerten. Das Ruhrgebiet und das Saarland wurden von Frankreich ausgebeutet, die Provinz Oberschlesien mit Kohlegruben und Eisenverhüttung sowie die Stadt Danzig dem Völkerbund unterstellt. Die Provinz Posen, ein großer Teil Westpreußens, das Gebiet um Soldau und Teile von Hinterpommern mussten an Polen abgetreten werden, das Memelland kam unter alliierte Verwaltung. Weitere Teile des Deutschen Reiches wie Nordschleswig, Eupen-Malmedy oder das Hultschiner Ländchen fielen an Nachbarstaaten, die linksrheinischen Gebiete blieben besetzt, eine Vereinigung des Deutschen Reiches mit Österreich wurde verboten. Die Grenzen wurden von den Siegern – Franzosen, Engländer, Amerikaner, Belgier, Polen – neu gezogen. Die deutsche Bevölkerung fühlte sich entehrt, unterdrückt und geplündert. Dass diese Situation dazu beigetragen hat, dass Hitler und seine Anhänger an die Macht kamen, ist unter Historikern unbestritten.

„Alleinschuld Deutschlands“ und die Folgen

Nach Artikel 231 des Vertrags von Versailles wurde Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Schuld am Ersten Weltkrieg gegeben, und in zahlreichen Publikationen wird bis heute von dieser Alleinschuld oder zumindest von einer überwiegenden Schuld des Deutschen Reiches ausgegangen. Das war schließlich durch die Unterzeichnung des Versailler Vertrags besiegelt worden. Doch nach neueren Forschungen ist diese Geschichtsauffassung widerlegbar. Danach wurden Deutschland und Österreich-Ungarn offensichtlich Opfer einer raffinierten, intriganten Machtpolitik Großbritanniens, Frankreichs und der global agierenden Kapitallobby in den USA, die auch die Bedingungen für den Vertrag von Versailles bestimmten.(2)

Das Deutsche Reich war nicht nur besiegt worden, es war der Willkür fremder Mächte ausgeliefert.

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