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11-06-19 11:41:00,

In Russland wird diskutiert, ob die Fünf-Tage-Woche noch aktuell ist oder ob es Sinn macht, eine Vier-Tage-Woche einzuführen.

Der russische Premierminister Medwedew hat heute auf einer internationalen Konferenz über Arbeit gesagt, dass er nicht ausschließt, dass in Zukunft eine Vier-Tage-Woche Grundlage des sozialen Models wird. Seiner Meinung nach sollte das Wachstum der Produktivität nicht zu Arbeitsplatzabbau, sondern zu einer Reduzierung der Arbeitszeit führen.

Als Beispiel führte Medwedew Henry Ford an, der die Wochenarbeitszeit seinerzeit von 48 auf 40 Stunden reduziert hat und damit einen starken Anstieg der Produktivität seiner Arbeiter erreicht hat. Aber er nannte auch ein aktuelles Beispiel. Eine Firma in Neuseeland hat die Vier-Tage-Woche bei voller Bezahlung des zusätzlichen freien Tages eingeführt, was dazu geführt hat, dass die Produktivität pro Arbeitsstunde um 20 Prozent gestiegen ist. Außerdem leiden die Mitarbeiter seltener unter Stress.

Medwedew sagte weiter:

„Das ist natürlich alles noch nicht vollständig durchdacht und uns steht noch eine ernsthafte Diskussion bevor, aber das sind sehr wichtige Ergebnisse.“

Die stellvertretende russische Premierministerin Tatjana Golikova sagte dazu, dass vor allem die Frage der Gehälter bei einem Übergang zur Vier-Tage-Woche diskutiert werden muss. Sie zitierte Organisationen, die fordern, dass dabei die Gehälter nicht gekürzt werden dürfen und sie fügte hinzu, dass eine solche Reform viele Gesetzesänderungen in der Arbeitsgesetzgebung erfordert:

„Dass muss man genau analysieren, aber wir arbeiten daran.“

Ich glaube zwar nicht, dass das in Russland bald Realität wird, aber Russland ist in einigen Dingen sehr kreativ. So gilt zum Beispiel in Russland, dass ein Feiertag, der auf das Wochenende fällt, nicht „verloren geht“. Fällt ein Feiertag zum Beispiel auf einen Samstag, wird entweder der Freitag oder der Montag von der Regierung zum landesweit arbeitsfreien Tag erklärt. Flexibel sind die Russen auch, wenn ein Feiertag zum Beispiel auf einen Dienstag fällt, dann wird der vorherige Samstag zum Arbeitstag und der Montag zum freien Tag erklärt, sodass die Menschen trotzdem ein langes Wochenende mit Brückentag haben. Und vor Feiertagen ist auch die Arbeitszeit gesetzlich geregelt: der Arbeitstag vor einem Feiertag ist eine Stunde kürzer, als an normalen Tagen.

Und zwischen Sylvester und dem orthodoxen Weihnachten ist Anfang Januar ganz Russland „geschlossen“: In diesem Jahr waren die Tage vom 30. Dezember bis zum 8.

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