vortrag-von-ernst-wolff-und-ullrich-mies:-wie-der-westen-krisen-erzeugt-und-kriege-vorbereitet-|-kenfm.de

11-06-19 11:31:00,

Die Friedenshoffnung nach dem Zerfall der Sowjetunion und der Auflösung des Warschauer Paktes ist längst im Kampfgeschrei der NATO zerstoben. Der Wirtschaftskrise des Jahres 2008 folgte keine vernünftige Umkehr, vielmehr ein noch offensiveres Expansionsstreben. Das Diktum von der „westlichen Wertegemeinschaft“ ist zum Synonym für eine aggressive Weltherrschaft geworden. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie sich die autoritären Strukturen hinter parteienbasierten, parlamentarisch-demokratischen Kulissen verfestigen und sich die tatsächliche Macht im Tiefen Staat manifestiert: Der Tiefe Staat ist die „permanente Regierung“, der „Dunkelraum der Herrschenden“, der seine Interessen unabhängig von Wahlausgängen verfolgt und durchsetzt.

Teile des Tiefen Staates sind für die Öffentlichkeit sichtbar, wie Regierungsmitglieder, kriegsaffine Parlamentarier oder Kriegspropagandisten in den Medien. Der wesentlichere Teil des Tiefen Staates entzieht sich der Öffentlichkeit, ist als anti-demokratisches Faktum weder wählbar noch abwählbar, arbeitet langfristig orientiert im Hintergrund, bestimmt jedoch maßgeblich den Lauf der Entwicklungen. Diese unterhalb des Radars der Öffentlichkeit wirkenden Kräfte setzen sich unter anderem zusammen aus Finanzkapital, Rüstungskonzernmacht, Ideologiefraktionen in Außen-, Kriegs- und Finanzministerien, neokonservativen Think Tanks, der konzern- oder parteipolitisch gesteuerten Mainstream-Medien, gekaufter Wissenschaft, NATO- und EU-Entscheidungsgremien, Geheimdiensten.

Donnerstag, den 4. Juli 2019

Beginn: 19:00 Uhr,  Ende: ca. 21:00 Uhr

Zeughaus Augsburg, Filmsaal

Zeugplatz 4, 86150 Augsburg

Referenten

Ullrich Mies, Diplom-Sozialwissenschaftler, studierte Politik und Internationale Politik in Duisburg und Kingston/Jamaica. Seine Arbeitsgebiete umfassen Kapitalismuskritik, Demokratiezerfall und Antimilitarismus. Er ist Autor zahlreicher Artikel und schreibt unter anderem für die Medien Rubikon, Neue Rheinische Zeitung, KenFM, Sputnik und Neue Debatte. Er ist Mitherausgeber von „Fassadendemokratie und Tiefer Staat. Auf dem Weg in ein autoritäres Zeitalter“ (2017) sowie Herausgeber von „Der Tiefe Staat schlägt zu. Wie die westliche Welt Krisen erzeugt und Kriege vorbereitet“ (2019).

Ernst Wolff, 1950 in Tianjin / VR China geboren, wuchs in Südostasien auf, ging in Deutschland zur Schule und studierte in den USA. Er lebt als freier Journalist in Berlin, schreibt regelmäßig zu aktuellen Themen und hält weltweit Vorträge, die das aktuelle Tagesgeschehen vor seinen finanzpolitischen Hintergründen beleuchten. Wolff ist Autor der Bücher „Finanztsunami – wie das globale Finanzsystem uns alle bedroht“, erschienen in der edition e. wolff und „Weltmacht IWF – Chronik eines Raubzugs“,

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