Wochenrückblick auf eine „Verrückte Welt“

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14-06-19 02:36:00,

Das war der Stoßseufzer eines Freundes am Telefon, als wir gerade vom Auftritt der CDU-Vorsitzenden auf einer Veranstaltung der Atlantikbrücke gehört hatten. Sie hat Trump in Schutz genommen und sich darüber beklagt, dass dieser ehrenwerte US-amerikanische Präsident in eine Reihe mit Erdogan und Putin gestellt werde. Siehe zum Beispiel hier. Das war am Mittwoch. Am Wochenanfang erkor der „Spiegel“ den lieben Kevin zum Kandidaten für den SPD-Vorsitz mit Tendenz zum Kanzlerkandidaten. Einfach irre. Albrecht Müller.

Am Donnerstag meldeten die Medien, zum Beispiel der Berliner Tagesspiegel: „Trump erwägt Verlegung von Truppen nach Polen – aus Deutschland“. Also näher an Russland ran. Dann wird gemeldet, Litauen begrüße diese Absicht und Russland sei besorgt. Zum Beispiel hier.

Und dann wird gestern gemeldet, im persischen Golf würden zwei Schiffe brennen. Selbstverständlich machen die USA den Iran verantwortlich. Tendenz in der westlichen Welt, die US-Version zu glauben. So war das immer und ist das immer. US-Politiker können lügen, so viel sie wollen, wir akzeptieren ihre Lügen für neue Kriege als bare Münze. Frau Kramp-Karrenbauer verziert das ganze noch mit dem Heiligenschein der westlichen Wertegemeinschaft. So auf der erwähnten Konferenz der Atlantikbrücke. Sie hat dort übrigens geredet wie ein Vertreter der Jungen Union in den härtesten Zeiten des kalten Krieges der fünfziger und anfangs sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Restauration ist eines der Markenzeichen der verrückten Zeiten, in denen wir leben.

Die Interimsführung der SPD sucht nach neuer Profilierung und kommt nicht auf die Idee, ihr altes Markenzeichen, die Friedens- und Entspannungspolitik wieder zu entdecken und zur neuen Profilierung zu nutzen. Das wäre nicht nur propagandistisch und parteipolitisch vorteilhaft. Es wäre berechtigt, es wäre notwendig. Was ist mit diesen Leuten passiert? Haben sie kein bisschen Respekt vor der eigenen Geschichte? Haben Sie alles vergessen? Sind sie alle Agenten der Atlantikbrücke? Man muss den Eindruck gewinnen. Immerhin ist ja Sigmar Gabriel, von dem manche meiner Gesprächspartner einmal meinten, der sei wenigstens etwas offen für die alte Friedenspolitik, der neue Vorsitzende der Atlantikbrücke. Sigmar Merz und Friedrich Gabriel – das ist das neue wunderbare Gespann der Agitation in unserem Land, jene zwei, die man als Journalist immer abrufen kann, wenn man eine Botschaft, die in die Kampagne passt, gestützt auf Auftritte prominenter Personen weiterverbreiten will.

Es wird über Rente und Demographie diskutiert – übrigens so,

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