Interview mit der Financial Times: Putin im O-Ton über Ölpreise, Trump und die Globalisierung | Anti-Spiegel

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28-06-19 08:04:00,

Der russische Präsident Putin hat vor seiner Abreise zum G20-Gipfel dem Radakteur Lionel Barber der Financial Times ein anderthalb stündiges Interview gegeben, in dem viele aktuelle Themen der Weltpolitik angesprochen wurden. Ich habe das Interview übersetzt, da es jedoch sehr lang ist, werde ich es in den nächsten Tagen in Teilen veröffentlichen.

Hier ist der erste Teil, der sich mit den Fragen der Ölpreise und mit Putins Verhältnis zu Trump und den USA beschäftigt.

Beginn der Übersetzung:

Barber: Herr Präsident, Sie sind jetzt unter den Staats- und Regierungschefs G20 der, der am längsten im Amt ist. Niemand der G20 Staatschefs ist so lange im Amt, wie Sie es in Russland sind. Bevor wir zur Agenda der G20 kommen, eine andere Frage. Sie wissen, dass die geopolitische Situation im Moment so ist, dass die Gefahr eines Konflikts am Persischen Golf besteht und auch die Gefahr eines Handelskrieges zwischen den Vereinigten Staaten und China. Wie hat sich die Welt in den 20 Jahren, seit Sie an der Macht sind, verändert?

Wladimir Putin: Zunächst einmal war ich nicht die ganzen 20 Jahre Staatschef. Wie Sie wissen, war ich vier Jahre lang Ministerpräsident und das ist nicht das höchste Staatsamt in der Russischen Föderation. Aber dennoch bin ich schon lange in den Strukturen der Macht und kann wirklich beurteilen, was sich wie verändert hat.

Im Grunde haben Sie schon selbst gesagt, wie und was sich verändert hat: Sie haben über Handelskriege gesprochen, Sie haben über die Situation am Persischen Golf gesprochen. Die Situation ist nicht besser geworden, das drücke ich sehr vorsichtig aus, aber ich bleibe bis zu einem gewissen Grad optimistisch. Aber um ehrlich zu sein, ist es sicherlich dramatischer und explosiver geworden.

Barber: Glauben Sie, dass die Welt heute fragmentierter ist?

Wladimir Putin: Natürlich. Im Kalten Krieg – und das war eine schlechte Zeit – gab es zumindest einige Regeln, die alle internationalen Teilnehmer auf die eine oder andere Weise eingehalten haben oder zu befolgen versuchten. Jetzt, so scheint es, gibt es überhaupt keine Regeln mehr.

In diesem Sinne ist die Welt fragmentierter und weniger vorhersehbar geworden, was das wichtigste und traurigste ist.

Barber: Wir werden zum Thema einer fragmentierten Welt ohne Regeln noch zurückkommen. Herr Präsident, sagen Sie uns zunächst,

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