Interview mit der Financial Times: Putin im O-Ton über die wirtschaftliche Situation in Russland | Anti-Spiegel

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30-06-19 02:01:00,

In den Medien wird immer wieder über Probleme der russischen Wirtschaft berichtet. Dazu wurde Putin auch bei seinem Interview befragt, dass er vor seiner Abreise Lionel Barber von der Financial Times gegeben hat.

Ich habe das anderthalb stündige Interview in „handlich Portionen“ aufgeteilt. Die Teile eins, zwei, drei, vier und fünf finden Sie unter den Links. Nun also zum sechsten Teil, in dem es hauptsächlich um die russische Wirtschaft geht.

Beginn der Übersetzung:

Barber: Zur russischen Wirtschaft. Zuletzt haben Sie über den Rückgang der Reallöhne bei der arbeitenden Bevölkerung in Russland gesprochen und dass das russische Wirtschaftswachstum niedriger ist, als erwartet. Aber gleichzeitig, Herr Präsident, häufen Sie Devisenreserven an, internationale Reserven von 460 Milliarden. Warum sparen Sie all diese Mittel, was ist der Zweck? Können Sie dieses Geld nicht verwenden, um die Geldpolitik und die Fiskalpolitik irgendwie zu lockern?

Wladimir Putin: Ich muss einige Punkte korrigieren, das ist eine kleine Sache, aber trotzdem: Wir haben keinen Rückgang der Reallöhne, im Gegenteil, sie wachsen wieder. Wir erleben einen Rückgang der verfügbaren Realeinkommen der Bevölkerung.

Löhne und Einkommen sind verschiedene Dinge. Zu den Einkommen zählen viele Dinge, einschließlich der Kosten für die Bedienung von Krediten. Wir haben eine große Anzahl von Verbraucherkrediten in der Bevölkerung und Zinszahlungen werden als Aufwand betrachtet, was die realen Einkommen senkt. Außerdem läuft die Legalisierung der Schattenwirtschaft. Ein erheblicher Teil der Selbständigen -, ich glaube, schon 100.000 oder 200.000 Menschen – haben ihr Geschäft legalisiert. Und dies wirkt sich auch auf die Realeinkommen der Bevölkerung, das verfügbare Einkommen, aus.

Das läuft seit vier Jahren. Im vergangenen Jahr gab es ein leichtes Plus von 0,1 Prozent. Es ist nicht genug, es ist innerhalb der Fehlermarge, aber es ist eines der großen Probleme, mit denen wir uns auseinandersetzen und mit denen wir uns auseinandersetzen müssen.

In letzter Zeit sind die Reallöhne gestiegen. Im vergangenen Jahr wuchsen sie um 8,5 Prozent, in diesem Jahr ist die Wachstumsrate der Reallöhne aus mehreren Gründen deutlich gesunken. Ich meine, es war eine Erholung im letzten Jahr, es gibt einige andere Einflüsse, aber es geht immer noch weiter. Und wir hoffen sehr, dass sich dies auf das reale verfügbare Einkommen der Bevölkerung auswirken wird.

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