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13-07-19 11:47:00,

PFAS, Chemikalien, Lebensmittel
© Eric Peacock, CC

Giftige Chemikalien, die sich im Wasser schon lange finden, fanden sich nun auch in Lebensmitteln.

Daniela Gschweng / 13. Jul 2019 –

Die US-Behörde EPA fand giftige Stoffe in Fisch, Fleisch und Schokoladenkuchen. Aus der Welt werden diese Chemikalien nie sein.

Das US-Magazin «Mother Jones» nennt sie «Forever Chemicals», ewige Chemikalien. Biologen sagen «persistent». Gemeint sind menschengemachte Stoffe, die in der Natur erst nach sehr langer Zeit zerfallen. Viele davon sind krebserregend. Die US-Lebensmittelbehörde FDA hat hohe Mengen der Stoffklasse PFAS in einigen zufällig ausgewählten Lebensmitteln gefunden.

Verschmutzt waren nur 15 Prozent der Proben und nach Angabe der FDA besteht «wahrscheinlich keine Gesundheitsgefahr», aber dennoch: Die Konzentration der Chemikalien lag teilweise weit über den von der Gesundheitsbehörde EPA empfohlenen Grenzwerten für Wasser.

PFAS werden vielfältig verwendet

Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, so ihre ausführliche Bezeichnung, sind wasser-, fett- und schmutzabweisend sowie chemisch und thermisch stabil. PFAS finden oder fanden sich in wasserabweisender Outdoor-Kleidung, in Brandschutzdämmung, auf beschichteten Pfannen, in Verpackungen, Teppichen und vielem mehr.

Seit längerem weiss man, dass viele der seit den 1940-er Jahren eingesetzten Chemikalien krebserregend sind und sich im Körper anreichern. Rund um viele ehemalige Produktionsstätten sind Boden und Wasser mit hohen Konzentrationen an gefährlichen Stoffen verseucht. Anwohner liefern sich teilweise erbitterte Kämpfe um Sanierungen oder Kompensation. (Siehe dazu auch Infosperber: «Der Mann, der DuPont das Fürchten lehrte»). In den Schlagzeilen fand sich in den letzten Jahren vor allem die Chemikalie PFOA (Perfluoroctansäure).

Was im Wasser ist, findet sich irgendwann auch im Essen

Etwa 5‘000 verschiedene PFAS gibt es. Sie sind chemisch so stabil, dass sie quasi ewig in Umlauf sein werden. Von Natur aus kommen sie nicht vor. Und was im Wasser ist, findet sich irgendwann auch im Essen. Dennoch hatte die FDA bisher vorwiegend in Fluss- und Grundwasser danach gesucht. Lebensmittel wie Fleisch und Milchprodukte wurden allenfalls in der Nähe kontaminierter Gebiete überprüft. So berichtet die Behörde in ihrer Pressemeldung vom 11. Juni etwa von einem Bauern in New Mexico, dessen Milch die FDA aus dem Verkehr gezogen hatte.

Die nun getesteten Lebensmittel stammen aus tiefgefrorenen Proben einer Studie von 2017,

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