14-07-19 09:27:00,

Ping. Da kommt ein Newsletter in Euer digitales Postfach. Einen Klick später seid ihr hoffentlich ein bisschen schlauer. Auf jeden Fall schlauer sind nach Eurem Klick die Absender des Newsletters. Sie wissen, um wie viel Uhr und wo auf der Erde Ihr die E-Mail geöffnet habt. Sie wissen, auf welche Links aus dem Newsletter Ihr geklickt habt und welches E-Mail-Programm ihr verwendet. Je nach Newsletter-Dienst wissen Sie noch mehr. Klingt gruselig, ist aber Alltag im E-Mail-Marketing.

Viele professionelle Newsletter werden mit der Software spezieller Dienstleister verschickt. Diese bieten ganz unterschiedliche Leistungen an. Tracking der Leser:innen gehört fast immer dazu. Den einen geht es darum, günstig zu sein. Andere werben damit, dass sie Besucher:innen mithilfe einzelner „Tags“ auch außerhalb der E-Mail auf der Webseite des Versenders verfolgen können. Wieder andere ermöglichen sogenanntes A/B-Testing, bei dem ähnlichen Zielgruppen verschiedene Inhalte präsentiert werden, um beispielsweise den Erfolg unterschiedlicher Formulierungen zu testen.

1 Pixel × 1 Pixel = ∞ Tracking

In der Regel verwenden diese Anbieter HTML-E-Mails: Sprich, sie betten den anzuzeigenden Text in HTML-Kodierungen ein, sodass die E-Mail hübscher wird und weitere Gestaltungselemente bekommt. So können auch Bilder via HTML-Code eingebunden werden. Die Grafik kann entweder der E-Mail angehangen oder extern nachgeladen werden.

Fast allen Newsletter-Diensten gemein ist der Einsatz so genannter „Tracking-Pixel“. Sie werden auf die oben beschriebenen Weise über HTML-Kodierungen eingebunden und beim Öffnen der E-Mail von einem externen Server nachgeladen. Diese Tracking-Grafiken sind meist ein Pixel mal ein Pixel groß oder auch komplett versteckt. Für jede:n Leser:in wird der Grafik zudem ein einzigartiger Identifier hinzugefügt, der es ermöglicht, das Verhalten individuellen Profilen zuzuordnen. So könnte ein Link dementsprechend aussehen:

https://newsletterversand.domain/trackingpixel.gif?identifier=123456789

Folglich kann der Server, von dem das Pixel geladen wird, Euer Verhalten analysieren. Ein Programm auf dem Server speichert: Wann wurde genau dieser Link das erste Mal abgerufen? Und von wo? Daraus lässt sich auch ermitteln, welche Links aus dem Newsletter Ihr anklickt und somit auch Eure genaueren Interessen. Über die IP-Adresse wird Euer vermeintlicher Aufenthaltsstandort ausgelesen.

Optimierung für die maximale Wirkung

Nicht nur Newsletter-Dienste wie CleverReach, MailChimp und Mailjet könnten Euch auf diese Weise überwachen. Dies trifft auch auf andere Angebote zu: So sorgte gerade das neue E-Mail-Programm „Superhuman“ für Entrüstung, weil es standardmäßig in allen ausgehenden E-Mails für seine Kund:innen Tracking-Pixel einbaut.

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