The Wolff of Wall Street: Cum-Ex | KenFM.de

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19-07-19 10:33:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12:00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Cum-Ex“.

Wer Aktien kauft, beteiligt sich damit am Grundkapital einer Aktiengesellschaft, kurz AG genannt. Entwickelt sich das Geschäft der AG positiv, dann profitiert der Aktionär doppelt: Zum einen steigt der Kurs der Aktie, sie wird also wertvoller, zum anderen erhält er einen jährlichen Anteil am Reingewinn des Unternehmens – die Dividende.

Um die Höhe dieser Dividende festzulegen, kommen die Aktionäre einmal im Jahr zu einer Hauptversammlung zusammen. Am Tag nach der Hauptversammlung, dem Dividenden-Stichtag, erfolgt dann die Ausschüttung.

Vor dieser Ausschüttung notiert die Aktie „cum dividende“ (vom lateinischen Wort cum = mit), nach der Ausschüttung „ex dividende“ (vom lateinischen Wort ex = ohne).

Bei der Ausschüttung zahlen deutsche AG’s ihren Aktionären aber nicht den Gesamtbetrag aus, sondern – nach geltendem Steuerrecht – nur 75 Prozent davon aus. Die restlichen 25 Prozent gehen als Kapitalertragssteuer direkt an das Finanzamt.

Für private Anleger ist die Sache damit erledigt. Bei institutionellen Investoren wie Fonds oder Banken ist das anders. Sie können sich die Kapitalertragsteuer wieder zurückzahlen lassen, weil Dividenden für sie steuerfrei sind. Diese Rückerstattung haben sich einige Investoren in der Vergangenheit aber nicht nur einmal, sondern zweimal, dreimal oder sogar noch häufiger auszahlen lassen, und zwar mit Hilfe des Leerverkauf-Prinzips. Zur Erläuterung: Ein Leerverkäufer verkauft etwas, das er nicht besitzt, um es zu einem späteren Zeitpunkt zu einem niedrigeren Preis zu kaufen.

Bei Cum-Ex hat das folgendermaßen funktioniert:

Ein Leerverkäufer verkaufte vor der Hauptversammlung eine Aktie mit Anspruch auf Dividende (also „cum“), beschaffte sich die Aktie aber erst nach der Hauptversammlung (also „ex“), weil sie zu diesem Zeitpunkt günstiger war, und leitete sie erst dann an den Käufer weiter.

Da sowohl der Leerverkäufer als auch der ursprüngliche Aktienbesitzer zum Zeitpunkt der Hauptversammlung, also des Wechsels von cum zu ex,

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