Auch die Tagesschau beteiligt sich an der Hexenjagd auf Julian Assange und seine Unterstützer

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25-07-19 01:32:00,

Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, Nils Melzer, schrieb vor wenigen Wochen in einem Artikel, den die NachDenkSeiten für ihre Leser übersetzt haben, von der Hexenjagd, der Julian Assange zur Zeit ausgesetzt ist. Daran beteiligt sind nicht nur die Geheimdienste der USA, sondern auch die Medien. In Deutschland ist es ausgerechnet die ehemals als Flaggschiff des Qualitätsjournalismus geltende Tagesschau, die sich mit einem als Investigativbericht maskierten Meinungsartikel als oberster Hexenjäger präsentiert. Was Autorin Silvia Stöber dem gebührenzahlenden Leser da als “neutrale Recherche” verkauft, ist vielmehr ein Nachplappern von Spekulationen der US-Dienste und eines einschlägigen CNN-Berichtes. Bei Stöber werden aus Spekulationen Fakten und aus Vermutungen Beweise. Gewürzt mit jeder Menge Zynismus und einer strammen antirussischen Linie kommt dabei ein Stück Kampagnenjournalismus heraus, das fortschreitenden Qualitätsverlust der Tagesschau vortrefflich belegt. Von Jens Berger und Moritz Müller.

Lesen Sie zum Thema auch: Caitlin Johnstone – „Julian Assange und die Verleumdung durch CNN“, RayMcGovern – „A Non-Hack That Raised Hillary’s Hackles“ und „Geheimdienstveteranen ziehen Beweise für „russischen Hackerangriff“ in Zweifel“.

Subjektive Aussagen unter dem Denkmantel des objektiven Nachrichtenjournalismus

Wenn ein Journalist Aussagen und Informationen weitergibt, die nicht objektiv belegbar sind und bei denen es durchaus mehr als eine mögliche Interpretation gibt, so sollte er dies durch den Gebrauch des Konjunktivs oder durch passende Adverbien auch kennzeichnen – vor allem wenn die verwendete Quelle ein Geheimdienstmitarbeiter ist. Wenn Frau Stöber also auf Tagesschau.de bereits in der Einleitung feststellt, dass es Verbindungen zwischen Assange und “zwei vom russischen Militärgeheimdienst betriebenen fiktiven Online-Personen” gab, so ist dies vor allem deshalb erstaunlich, da sie damit die Aussage, nach der die beiden Online-Personas, um die es hier geht, vom russischen Militärgeheimdienst betrieben wurden, ohne jegliche Relativierung als Fakt darstellt. Dies ist übrigens nicht zweitrangig, da an dieser Behauptung die gesamte These von einer russischen Täterschaft hängt.

Quelle für diese Informationen sind jedoch einzig und allein die US-Dienste und deren Begründung ist alles andere als überzeugend. Angeblich habe der Hacker “Guccifer 2.0”, bei einem Versuch über die Sozialen Netzwerke zu kommunizieren, “vergessen”, seinen VPN-Filter, der den geographischen Standort des Nutzers verschleiern soll, zu aktivieren. Und siehe da: Die unverschleierte IP-Adresse konnte wie durch ein Wunder einer ganz bestimmten Adresse zugeordnet werden – der Grizodubovoy-Straße in Moskau,

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