Heutige Proteste in Moskau – Ein erster Überblick | Anti-Spiegel

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10-08-19 06:26:00,

Wie erwartet kam es in Moskau wieder zu Protesten und wie erwartet, berichten die deutschen Medien wieder nicht die Wahrheit. Ein Überblick über die Ereignisse am Samstagnachmittag.

Ich habe den Livestream der genehmigten Kundgebung von RT geteilt und wer sich die ganzen drei Stunden anschauen möchte, kann das hier tun.

Die Demonstration war von der Stadt zugelassen und fand auf einer wichtigen Hauptstraße im Zentrum Moskaus statt. Diese Demonstration war wesentlich größer, als die vorhergegangenen, bei denen nur 1.500 bis 4.000 Menschen teilgenommen hatten. Diesmal waren es nach Angaben der Polizei 20.000, nach Angaben der Organisatoren 50.000. Wer sich ein eigenes Bild machen will, kann das auf den oben genannten Video tun. Ich hätte allerdings auf weniger als 20.000 getippt, denn ich kenne die Straße sehr gut, weil ich dort früher oft beruflich gewesen bin.

Der Grund, warum es diesmal mehr Demonstranten waren, dürfte vor allem darin liegen, dass kurzfristig einige bekannte Showstars angekündigt hatten, dort auf der Bühne aufzutreten. Die Stadt Moskau hat darauf hingewiesen, dass das nicht zulässig sei, da gemäß Gesetz der Zweck der Veranstaltung nach Genehmigung nicht ohne Rücksprache mit den Behörden verändert werden dürfe. Also ganz wie in Deutschland: Wer politische Reden ankündigt, kann dort nicht plötzlich ein Konzert veranstalten, schon aus Lärmschutzgründen nicht. Aber Moskau hat es geschehen lassen und einige Musiker sind dort aufgetreten.

Trotzdem war die Aktion ein Misserfolg, denn trotz der vielen Stars und Sternchen kamen viel weniger Menschen, als von den Organisatoren erhofft. Der Spiegel schrieb am Samstagmorgen:

„In Moskau haben die Behörden diesen Sonntag tatsächlich eine Demonstration genehmigt, sie ist für 100.000 Menschen zugelassen. In den vergangenen Wochen hatten sie mehrere Kundgebungen verboten und mehr als 2000 Menschen festgenommen. Die russische Opposition, darunter der inhaftierte Alexej Nawalny, will erreichen, dass ihre Kandidaten zur Stadtratswahl am 8. Dezember zugelassen werden. Sie waren wegen angeblicher Formfehler ausgeschlossen worden. 20 Jahre nach der Inthronisierung Wladimir Putins kann die russische Führung nicht einmal mehr auf kommunaler Ebene echte Demokratie zulassen – das zeigt, wie fragil das gegenwärtige System ist.“

Wir kennen das ja schon vom Spiegel. Er verschweigt seinen Lesern konsequent, dass auch die vorherigen Demonstrationen genehmigt waren, aber dass die Demonstranten sich nicht an die Genehmigungen gehalten haben und stattdessen ganz woanders demonstrieren wollten.

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