The Wolff of Wall Street: Marshallplan | KenFM.de

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10-08-19 06:24:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12:00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Marshallplan“.

Der Marshall-Plan – benannt nach dem amerikanischen General und zeitweiligen US-Außenminister George C. Marshall – gilt bis heute als eines der großen Hilfsprogramme des 20. Jahrhunderts.

Der Plan wurde 1947, also zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs beschlossen und in den Jahren 1948 – 1952 umgesetzt. Offiziell diente er dazu, Europa mit amerikanischer Unterstützung wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen. Daher auch der richtige Name „European Recovery Program“ – zu Deutsch: „Europäisches Wiederaufbauprogramm“.

In der Tat lagen damals viele europäische Staaten wirtschaftlich und finanziell am Boden – zum einen wegen der Schulden, die sie zur Kriegsführung aufgenommen hatten und zum anderen wegen der Schäden, die die Kämpfe hinterlassen hatten.

Die USA dagegen waren nach dem 2. Weltkrieg der größte Gläubiger der Welt, hielten die größten Goldvorräte, verfügten über die mit Abstand stärkste Wirtschaft und das mächtigste Militär. Zudem hatten sie ihre Währung, den US-Dollar, 1944 zur weltweiten Leitwährung erklären lassen und sich damit auch die globale Finanzhoheit verschafft.

Allerdings hatten die USA ein großes Problem, und das war die Überproduktion. Nach der Umstellung von der Kriegswirtschaft auf die Friedenswirtschaft stellten die amerikanischen Konzerne mehr Waren her als der heimische Markt aufnehmen konnte. Die USA brauchten deshalb neue Märkte.

Der wichtigste Markt war Europa, dessen östlicher Teil allerdings amerikanischen Waren und amerikanischem Kapital wegen der Errichtung von Planwirtschaften in Ländern wie u.a. Polen, Ungarn, Bulgarien und der DDR entzogen war. Was also tun, um sich zumindest Westeuropa zu sichern?

Die Antwort war schnell gefunden, denn die USA hatten aus zwei Weltkriegen gelernt: Die beste Art, sich in anderen Ländern Einfluss zu verschaffen, besteht in der Vergabe von Krediten. Und je dringender der Empfänger Geld braucht, umso einfacher ist es, dessen Auszahlung an Bedingungen zu knüpfen.

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