Trump twittert gegen China – SRF-Tagesschau doppelt nach

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11-08-19 08:26:00,

SRF-Tagesschau über Trumps Vorwurf, China «manipuliere» des Kurs des Yuan. © srf

Urs P. Gasche / 10. Aug 2019 –

«Das nennt man Währungsmanipulation», twitterte Trump. SRF-TV folgert: «China könnte Wechselkurse als Waffe gegen die USA nutzen».

Den Auftakt mit Kriegsrhetorik machte am 5. August die Sendung «SRF Börse»: China setze «die Währung als Waffe im Handelskrieg» ein und überschreite geldpolitisch «eine rote Linie».

SRF-Tagesschau zeigt den Tweet von Trump in Grossaufnahme.

Am 6. August wiederholte die Hauptausgabe der SRF-Tagesschau während mehr als vier Minuten den Vorwurf Trumps, China habe die Währung «manipuliert». Der Yuan habe die «psychologisch wichtige Marke» von 7 Yuan für einen Dollar überschritten. Die Tagesschau verbreitete eine Aussage von Ralph Ossa, Professor für internationalen Handel an der Universität Zürich, wonach es Sinn mache, dass «die Chinesen Währungsmanipulationen androhen» – was China nicht gemacht hatte.

In einem einzigen Satz erwähnte die Tagesschau, die chinesische Zentralbank würde den Vorwurf der Währungsmanipulation zurückweisen.

Sollte gemäss den Pflichten der Journalisten die chinesische Seite, die der Manipulation bezichtigt wird, nicht mit dem besten Argument zitiert werden? Dazu behauptet SRF-Nachrichtenchef Gregor Meier gegenüber Infosperber: «Es ist nicht so, dass jemand mehr zu Wort kam als jemand anderes.» Der 4-minütige Tagesschau-Beitrag beweist das Gegenteil.

Falls etwa China oder die USA der Schweizerischen Nationalbank oder der UBS «Manipulation» und «Überschreiten einer roten Linie» vorwerfen würde, kämen die Angeschuldigten im Fernsehen mit ihren Argumenten zu Wort. Wenn aber China beschuldigt wird, kann SRF-TV die Pflichten der Journalisten vergessen, weil die chinesische Botschaft weder an den SRF-Ombudsmann noch an die Beschwerdeinstanz gelangt …

Merke: Wenn die Schweizerische Nationalbank mit Milliarden dafür sorgt, dass der Kurs des Frankens nicht zu stark steigt, dann «interveniert» sie mit Devisenkäufen. Wenn die chinesische Zentralbank dafür sorgt, dass sich der Kurs des Yuan nicht sprunghaft ändert, dann «manipuliert» sie den Kurs.

Was schon vorher klar war, bestätigt die NZZ

Hat die chinesische Zentralbank wirklich interveniert, um den Yuan schwächer zu machen, als er im Spiel eines freien Devisenaustausches wäre?

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