Aus aktuellem Anlass: Gibt es in Russland eigentlich Demonstrationen gegen Regierung und Behörden? | Anti-Spiegel

aus-aktuellem-anlass:-gibt-es-in-russland-eigentlich-demonstrationen-gegen-regierung-und-behorden?-|-anti-spiegel

13-08-19 02:04:00,

Wer den deutschen Medien glaubt, der meint, in Russland gäbe es keine Proteste gegen die Regierung, weil sie verboten seien und wenn doch mal jemand gegen Missstände protestiert, dann schweigen die russischen Medien das tot. Wie falsch das ist, möchte ich heute einmal an einem aktuellen Beispiel aufzeigen.

Die Wahrheit ist, es gibt täglich irgendwo in Russland Proteste und die werden auch erlaubt. Es geht dabei um Missstände in einer Region, um Beamtenwillkür, die Schließung von Krankenhäusern oder Theatern, die Eröffnung von Mülldeponien und so weiter. Also alles irgendwie so, wie in fast jedem anderen Land. Und das russische Fernsehen berichtet auch darüber, selbst über lokale Proteste wird landesweit berichtet.

Solche Beispiele gibt es fast täglich. Aufgrund der Proteste in Moskau und den Berichten darüber, die man in Deutschland sehen und lesen kann, will ich es mal an einem aktuellen Beispiel aufzeigen.

Gestern gab es Proteste in der Stadt Vladimir. Das ist eine mittelgroße Stadt in Zentralrussland, einige Hundert Kilometer von Moskau entfernt. Dort soll in einem Stadtteil ein Krankenhaus geschlossen werden, was den Menschen überhaupt nicht gefällt, weshalb sie demonstrieren, worüber wiederum das russische Fernsehen berichtet hat. Diesen Bericht habe ich übersetzt. Da dort viele Menschen befragt werden, ist der Bericht des Fernsehens auch ohne Russischkenntnisse verständlich, wenn man die Übersetzung dabei vor Augen hat.

Beginn der Übersetzung:

Die Einwohner eines Stadtteils von Vladimir fordern, das örtliche Krankenhaus nicht zu schließen.´Sie organisieren daher Demonstrationen und sind sicher, dass das Krankenhaus absichtlich runtergewirtschaftet wird. Die zuständigen Beamten sprechen dagegen von einer „Reorganisation“. Unser Team hat sich die Situation vor Ort angeschaut.

Eine Sprecherin der Demonstranten sagte: „Heute haben wir uns mal wieder versammelt, um gegen die Schließung unseres Krankenhauses zu demonstrieren.“

So viele Menschen standen wohl zuletzt bei der Eröffnung des Krankenhauses hier und das war schon 1935. Jetzt sind die Menschen hier, um dagegen zu demonstrieren, dass die Regionalverwaltung das Krankenhaus schließt.

Im Interview sagte eine andere Organisatorin: „Uns wurde ein Plan vorgestellt, die Abteilungen des Krankenhauses aufzuteilen und in verschiedene andere Krankenhäuser der Stadt zu verlegen. Wir wissen also nicht, was danach hier noch verbleibt und fordern vom Ministerium eine Garantie darüber, was hier bleiben wird. Aber so eine Garantie wird uns verweigert.“

Der Stadtteil Orgtrud,

 » Lees verder

%d bloggers liken dit: