wieder-fall-von-lucken-presse?-–-iwf-verteidigung-chinas-interessiert-viele-medien-nicht

15-08-19 11:55:00,

Wirtschaft

13:30 15.08.2019(aktualisiert 13:58 15.08.2019)

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Als US-Präsident Donald Trump in einer Twitter-Meldung China der Währungsmanipulation bezichtigte, berichteten beinahe alle Medien umfangreich. Nun hat der Internationale Währungsfonds IWF China vor diesen Anschuldigungen in Schutz genommen. Die Reaktion der Medien darauf ist mal wieder bezeichnend.

Am 5. August 2019 charakterisierte US-Präsident Donald Trump die Volksrepublik China in einer Wortmeldung über den Kurznachrichtendienst Twitter offiziell als ein Land, das „Währungsmanipulation“ betreibe. Die wichtigsten Medien in Deutschland und im deutschsprachigen Raum berichteten über diese Anschuldigungen in aller Ausführlichkeit und garnierten sie mit eigenen Einschätzungen, wonach China den Wechselkurs seiner Währung „als Waffe“ benutze.

China dropped the price of their currency to an almost a historic low. It’s called “currency manipulation.” Are you listening Federal Reserve? This is a major violation which will greatly weaken China over time!

— Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 5 августа 2019 г.

​Schon zu diesem Zeitpunkt gab es nicht nur die Proteste der chinesischen Regierung, sondern auch genügend Fachleute, die müde lächelnd darauf hinwiesen, dass China nichts Geringeres tat, als auf den fortwährenden Handelskrieg der USA gegen China zu reagieren, der sich vor allem anderen in immer neuen Strafzöllen zeigt. Von einer vorsätzlichen und anlasslosen manipulativen Abwertung der chinesischen Währung könne keine Rede sein.

Nun hat der Internationale Währungsfonds IWF auch ganz offiziell dem US-Präsidenten widersprochen. In seinem „Country Report No. 19/266“, den der IWF am 9. August 2019 veröffentlichte, attestierte der Fonds der Volksrepublik, dass deren Währungspolitik im Jahr 2018, insbesondere was die Wechselkurse des Yuan angeht, die gesamtwirtschaftliche Entwicklung abbildete. Es gebe wenige Anzeichen für Interventionen der chinesischen Zentralbank. Der für China zuständige IWF-Direktor James Daniel, erklärte im Rahmen der Vorlage des Jahresberichtes über China in Washington vor Journalisten, dass der Wechselkurs des Yuan mit den ökonomischen Fundamentaldaten weitgehend übereinstimme und „weder nennenswert über- noch unterbewertet gewesen“ sei.

Nur der ORF bringt eine kleine Online-Meldung zur IWF-Entlastung Chinas

Doch während die Vorwürfe aus Washington gegen Peking breiten Raum in der medialen Berichterstattung einnahmen, schweigen sich vor allem die öffentlich-rechtlichen Medienangebote in Deutschland, der Schweiz und Österreich bislang über diese Entlastung Chinas durch den IWF aus.

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