greta-und-die-vermummte-–-wenn-vermummungsmeister-auffordern,-gesicht-zu-zeigen

16-08-19 12:14:00,

Die Klimaaktivistin Greta Thunberg war die Tage im Hambacher Forst. Dort haben (Zehn-)Tausende gegen die weitere Abholzung eines Waldes gekämpft, gegen die Fortsetzung des Braunkohleabbaus und mit ihren Kämpfen immerhin einen Stopp der Rodungsarbeiten erwirkt. Greta Thunberg kam also zu Besuch und es hätte genug Gründe gegeben, noch einmal daran zu erinnern, mit welchem Irrsinn und welcher Brutalität daran festgehalten wird, die Profite des Energiekonzerns RWE zu bedienen. Das wäre also eine gute Gelegenheit gewesen, am Ort des Geschehens Revue passieren zu lassen, wie ernst man es in diesem Lande mit der „Energiewende“ meint. Eine solche Berichterstattung würde auch der Presse gut zu Gesicht stehen. Von Wolf Wetzel.

Stattdessen hat sie bei dem Besuch von Greta Thunberg im Hambacher Forst nur eines entdeckt: Etwas ganz Schlimmes, etwas, was gar nicht geht und worüber man sich endlich so richtig aufregen und gar nicht mehr einkriegen kann. Im Kreise der BesucherInnen befand sich doch tatsächlich eine Aktivistin, die ihr Gesicht vermummt hatte. Sofort wusste man, worauf es bei dieser Begegnung ankommt:

„Vermummte führt Klima-Kids durch besetzten Wald“

(BILD vom 14.8.2019)

„Greta Thunberg: Wirbel wegen Foto mit Vermummten – Vater äußert sich rigoros.“

(Merkur vom 14.8.2019)

In großer Freiheit hat es also das Gros der Presse einmal mehr geschafft, das eigentliche Thema, den zum Greifen nahen Irrsinn der Klima- und Wirtschaftspolitik der Großen Koalition zum Verschwinden zu bringen. Das Bild mit Greta und der Vermummten lieferte die Munition und zahlreiche Politiker, die mit diesem Irrsinn groß und wohlhabend wurden, luden damit ihre Revolver und schossen wild um sich. Auf einmal wussten sie ganz sicher, wo wir hier leben, was sich gehört und was hier nichts zu suchen hat. So wusste der NRW-Innenminister Reul gegenüber Bild zu berichten:

„Wir leben in Deutschland aber zum Glück nicht in einer Diktatur, sondern in einem demokratischen Rechtsstaat. Bei uns gibt es wirklich keinen Grund, sein Gesicht zu vermummen – es sei denn, man hat etwas zu verbergen.“

Auch Joachim Lenders, der Vize-Chef der deutschen Polizeigewerkschaft, beteiligte sich an der Standortbestimmung: „Man lebe ‚nicht in einem autoritären Regime wie in Russland oder der Türkei.‘ Im Gegensatz zu diesen Ländern würden in Deutschland politische Aktivisten nicht unrechtmäßig verfolgt.‘ (Merkur vom 1.8.2018)

Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Bundesvize Strobl sekundierte sogleich:

„Wer für etwas einstehen möchte,

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