The Wolff of Wall Street: Schattenbanken | KenFM.de

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23-08-19 11:59:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12:00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Schattenbanken“.

Um eine Bank zu betreiben, muss man diverse Bedingungen erfüllen: Man braucht eine Banklizenz, muss sich der Bankenaufsicht unterstellen und bestimmte Regeln wie zum Beispiel die Eigenkapitalvorschriften und die Veröffentlichungsvorschriften für Banken einhalten. Dafür erhält man u.a. das Recht, Geld zu schöpfen, bekommt direkten Zugang zu dem von der Zentralbank geschöpften Geld und kann seinen Kunden gewisse staatliche Garantien wie zum Beispiel den Einlagenschutz bieten.

Um eine Schattenbank zu betreiben, braucht man keine Banklizenz, muss sich von keiner Behörde beaufsichtigen lassen und den für Banken geltenden Regeln nicht unterwerfen. Dafür erhält man zwar nicht das Recht zur Geldschöpfung, hat auch keinen Zugriff auf das von der Zentralbank geschöpfte Geld und kann seinen Geschäftspartnern keine staatlichen Garantien bieten, darf aber zum Beispiel Kredite vermitteln, sich im Investmentgeschäft engagieren, Eigenhandel betreiben und mit Derivaten spekulieren – und zwar im Schatten des Bankenwesens, also unbehelligt von Aufsicht und Regulierung.

Zu den Schattenbanken zählen u.a. Finanzunternehmen wie Broker-Firmen, Hedgefonds, Private-Equity-Firmen (Firmen, die Unternehmen außerbörslich Eigenkapital zur Verfügung stellen) und Zweckgesellschaften – Firmen, die zur Abwicklung besonderer Geschäfte gegründet und danach wieder aufgelöst werden.

Die meisten Schattenbanken sind in Steueroasen angesiedelt und deshalb schon ihrer Struktur nach intransparent. Sie verfügen im allgemeinen über geringes Eigenkapital und greifen daher auf das Prinzip der Hebelung zurück, das heißt: Sie leihen sich das Kapital von Großinvestoren, um damit ihr Geschäftsvolumen und ihre Rendite zu steigern. Mit diesem Kapital spekulieren sie dann – weltweit über alle Landesgrenzen hinweg, ohne dass irgendjemand sie überwacht oder kontrolliert – und das mittlerweile in mehrstelliger Billionenhöhe.

Die Aktivitäten der Schattenbanken haben in den vergangenen drei Jahrzehnten explosionsartig zugenommen. Grund dafür ist die Deregulierung, also die fortschreitende Abschaffung von gesetzlichen Hindernissen im Finanzwesen. Sie hat dafür gesorgt, dass in dieser rechtlichen Grauzone ein gigantisch großer,

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