Wie die CIA einen möglichen Frieden in Afghanistan gefährdet

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29-08-19 07:22:00,

Während die US-Friedensgespräche mit den Taliban im Gange sind, fragen sich viele Beobachter, ob die Gruppierung sich in Zukunft tatsächlich an jegliche Abmachungen halten wird. Dabei sind die Extremisten bei Weitem nicht die Einzigen, die einen möglichen Frieden in Afghanistan gefährden. Ein neuer Bericht betont nun, dass afghanische CIA-Milizen ebenfalls zur Verantwortung gezogen werden müssen. Die Existenz und Problematik derartiger Milizen ist schon seit langem bekannt. Von Emran Feroz.

„Wir haben sieben Mitglieder unserer Familie beerdigt. Vier Männer und drei Kinder. Sie wurden ohne jeglichen Grund getötet. Sie waren allesamt unschuldig. Sie hatten niemandem Schaden zugefügt“, sagte mir Abdul Samad, ein Afghane aus dem Dorf Shaheedanu Meena in der Provinz Nangarhar, im vergangenen Oktober. Die Männer, die das Haus seiner Familie überfielen, waren keine Taliban- oder IS-Kämpfer, sondern Milizen der sogenannten 02-Einheit, einer afghanischen Truppe, die von der CIA geschaffen wurde. Zentrum der Einheit sowie ihrer amerikanischen Verbündeten ist der Militärflughafen in der Provinzhauptstadt Jalalabad. Was hier passiert, bleibt meistens geheim. Das Einzige, was die Menschen vor Ort wissen, ist die Tatsache, dass die 02-Einheit äußerst brutal gegen all jene vorgeht, die sie als „Terroristen“ betrachtet. In jener Nacht im Oktober 2018 wurden in Shaheedanu Meena insgesamt vierzehn Zivilisten, darunter mehrere Kinder, getötet.

Auf die Problematik der afghanischen CIA-Milizen macht nun ein neuer Bericht des „Costs of War“-Projekt der Brown University aufmerksam. Unter anderem heißt es darin, dass die Milizen einen möglichen Friedensdeal gefährden würden, da diese gar nicht darin inbegriffen seien. Tatsächlich hört man im Kontext der US-amerikanischen Friedensverhandlungen mit den Taliban in Katar stets von einem Abzug des US-Militärs. Dass die CIA als eigenständiger Arm in dieser Region operiert, ist zwar bekannt, es wird aber ignoriert. Hinzu kommt, dass der CIA-Einfluss in Afghanistan seit der Machtübernahme Donald Trumps in Washington zugenommen hat. Gleichzeit existiert praktisch keine Transparenz. Es ist nicht bekannt, wie viele CIA-Milizen im Land agieren, allerdings dürften es weit über 10.000 sein. Im Vergleich dazu: Gegenwärtig sind mindestens 14.000 US-Soldaten am Hindukusch stationiert. Was würde also deren vollständiger Abzug auswirken, wenn die Privatarmee der CIA ohnehin bereit steht?

„Jagen und töten“: Die Unantastbarkeit der Söldner

Seit Beginn des „War on Terror“ rekrutiert die CIA afghanische Milizen, die nur eine einzige Aufgabe haben: Jagen und töten. Seit 2001 wurden zahlreiche namenlose Zivilisten Opfer der Söldner,

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