Das russische Außenministerium über den Jahrestag des 2. Weltkriegs und polnische Reparationsforderungen an Deutschland | Anti-Spiegel

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06-09-19 09:39:00,

Der Gedenktag zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs in Warschau hat in Russland für viel Ärger und Aufregung gesorgt. Auch die Sprecherin des russischen Außenministeriums hat sich dazu bei ihrer Pressekonferenz am Donnerstag ausführlich geäußert.

Zu dem Gedenktag in Warschau war Russland zum ersten Mal nicht eingeladen. Das Land, das in dem Krieg mit mehr als 25 Millionen Toten den größten Blutzoll zu zahlen hatte, musste draußen bleiben. Das alleine wäre eigentlich schon ein ausgewachsener Skandal. Aber die polnische Regierung hat den Gedenktag gleich in mehrfacher Hinsicht missbraucht.

Zum einen dadurch, Russland nicht eingeladen zu haben. Außerdem fand der Gedenktag nicht, wie üblich, in Danzig statt, weil sich die polnische Regierung in einem kleinlichen Streit mit der dortigen Stadtregierung befindet. Die polnische Regierung hat den Gedenktag für die größte Katastrophe der Menschheit komplett ihren heutigen, kurzfristigen Zielen der Tagespolitik untergeordnet.

Übrigens scheint das sogar den deutschen Medien unangenehm gewesen zu sein, die Berichterstattung war im Vergleich zu den Vorjahren sehr mager. Ich habe an dem Tag, dem 1. September, auf einen Artikel in Deutschland gewartet, an dessen Beispiel ich die ganze Absurdität der Veranstaltung in Warschau hätte aufzeigen können. Es kam keiner, die Berichterstattung beschränkte sich trotz des runden Jubiläums der Welt-Katastrophe auf ein Minimum. Auch die deutschen Medien scheinen das Fremdschämen für westliche „Bündnispartner“ noch nicht ganz verlernt zu haben.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums hat in ihrer Pressekonferenz sehr ausführlich darüber gesprochen und sie war ehrlich verärgert. Auch die schlimmsten Nachrichten verbreitet sie normalerweise mit einer Portion schwarzem Humor und ehrlicher Entrüstung. Aber bei diesem Teil der Pressekonferenz konnte man sehen, wie sie sich regelrecht auf die Zunge beißen musste vor Wut, das habe ich noch nie bei ihr gesehen.

Polen hat die Veranstaltung auch genutzt, um die deutschen Reparationen in Höhe von fast einer Billion Euro anzumahnen, die ihm seiner Meinung nach zustehen und auf die Polen 1953 angeblich nur deshalb verzichtet hat, weil Moskau es angeordnet hätte. Das ist kaum haltbar, aber es ist die polnische Begründung für die aktuelle Forderung, die ein polnischer Minister in seiner „Gedenkrede“ am 1. September wiederholt hat.

Ansonsten war die Veranstaltung davon geprägt, dass das geschichtliche Ereignis der jeweiligen politischen Tagesordnung untergeordnet wurde. Da ist es geradezu kurios, dass ausgerechnet die Menschen,

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