Macri führt Argentinien in den Abgrund

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06-09-19 09:33:00,

Macri und Lagarde bei einem Treffen im September 2018 noch guter Laune. Bild: Casa Rosada/CC BY-SA-2.5

Der neoliberal-konservative Präsident hat das Land mit IWF-Hilfe wieder in die Schuldenkrise geführt, erneut steht das Land vor der Staatspleite

Es war die argentinische Regierung unter Präsident Mauricio Macri, die nach dem Wahlsieg das Versprechen eingehalten hatte, die Devisenkontrollen wieder aufzuheben, die es zuvor vier Jahre im Land gab. So gab es seit Ende 2015 einen einheitlichen Kurs des Pesos zum US-Dollar, der wieder frei gehandelt werden konnte. Doch nicht einmal vier Jahre konnte der neoliberal-konservative Macri eines der wenigen Versprechen einlösen, das er überhaupt umgesetzt hat. In wenigen Jahren hat er das Land wieder tief in die Verschuldung und erneut an den Rand der Staatspleite geführt. Deshalb musste er nun nicht nur den Handel mit Devisen wieder einschränken, sondern auch die Rückzahlung der Schulden soll “restrukturiert” werden, was schon als partieller Zahlungsausfall zu Verstehen ist.

Das alles erinnert viele im Land an die Vorgänge im Jahr 2001, auch die Massenproteste, die derzeit wieder im Land zu beobachten sind. Zuletzt hatte der schon lange andauernde Peso-Verfall dramatische Ausmaße angenommen. Und so kam es nach den am Sonntag per Dekret verordneten Devisenbeschränkungen am Montag auch wieder zu langen Schlangen vor Banken.

Viele Sparer haben aus Angst von weiteren Einschränkungen im Stil der Krise ab 2001 ihre Devisen-Konten geplündert. Allein stehen sie mit ihren Befürchtungen nicht. Auch der Londoner Daten- und Informationsdienste IHS Markit meint, die Wahrscheinlichkeit eines Staatsbankrotts liege innerhalb eines Jahres bei 64%. Deshalb räumen die Argentinier ihre Devisenkonten lieber ab, um sie vor einem neuen staatlichen Zugriff zu schützen.

Dollar, Euro und Franken werden nun erneut in Schließfächern, Tresoren oder unter die Matratze gelegt, um sie bei Bedarf auf dem Schwarzmarkt in Peso zu tauschen. Denn inzwischen schließt in dem leidgeprüften Land, die drittgrößte Ökonomie Südamerikas, niemand mehr einen neuen “Corralito” aus. Darüber wurde der Bargeldumlauf ab 2001 komplett staatlich eingeschränkt, um die Kapitalflucht zu verhindern (Argentinien am Rande der Anarchie).

Um eine neuerliche massive Kapitalflucht zu behindern und den massiven Wertverfall Peso im Verhältnis zum Dollar zu begrenzen, hat die argentinische Zentralbank nun Devisenkäufe stark eingeschränkt.

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