Der 11. September und der Terrorismus

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10-09-19 08:51:00,

Aus der US-amerikanischen Hauptstadt hört man bis heute regelmäßig von sogenannten Schurkenstaaten und ihrer angeblichen Gefahr für die „freie Welt“. Nach dieser Vorlage wurde auch der Arzt Salvador Allende (a1) als „Marxist Allende“ von einer an der Leine geführten und aus US-Quellen bezahlten Presse in Chile verteufelt und so der Boden für einen faschistischen Putsch bereitet. Der wahre Schurkenstaat hieß jedoch auch damals — Vereinigte Staaten von Amerika.

Die USA sind für jedes Land dieser Welt eine existenzielle Gefahr, wenn es sich nicht an die Regeln der Führer der „einzigartigen Nation“ hält. Eine friedliche und für die eigene Gesellschaft trotzdem vorteilhafte Politik zu gestalten ist für keine andere Nation eine Garantie dafür, von den Einzigartigen verschont zu werden. Zur Not wird ihnen das Schurkische angedichtet.

So erging es auch Chile. Ein Land, das einen selbstbestimmten, friedlichen, demokratischen Weg beschritt, tauchte in die Düsternis des Faschismus ab, weil es die Interessen klar benennbarer Kräfte in den USA verletzt hatte, welche Süd- und Lateinamerika seit Jahrzehnten den Status eines Hinterhofes verliehen hatten. Was Chile betrifft, ist das folgende Zitat eines hochrangigen US-Politikers belegt:

„I don’t see why we need to stand by and watch a country go communist due to the irresponsibility of its own people. The issues are much too important for the Chilean voters to be left to decide for themselves“ (1),

auf Deutsch (Übersetzung durch Autor):

„Es ist für mich nicht einsehbar, einfach nur daneben zu stehen und zuzuschauen, wie ein Land wegen der Verantwortungslosigkeit seiner Einwohner kommunistisch wird. Diese Vorgänge sind viel zu bedeutend für die chilenischen Wähler, um die Entscheidungen ihnen selbst zu überlassen.“

Es handelt sich um eine Aussage des damaligen Nationalen Sicherheitsberater der USA, Henry Kissinger, der 1973 zum Nobelpreisträger gekürt wurde (2) und später auch kein Problem darin sah, mit den sich als Kommunisten verstehenden Roten Khmer in Kambodscha zu kooperieren (3).

Trotzdem sind die Interessen der USA nicht die einer fiktiven, „bösen“ Macht. Vielmehr sind es Interessen, die im System kapitalistischen Wirtschaftens faktisch normal und tatsächlich anerkannt sind. Außerdem sind es auch unsere Interessen, die des Normalbürgers, des Konsumenten. Jeder Krieg, der für Wirtschaftsinteressen losgetreten wird — und das ist der Standard — bedient sehr wohl ein kollektives Interesse. Die große,

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