Umweltzerstörung in der Osttürkei

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10-09-19 07:16:00,

  1. Umweltzerstörung in der Osttürkei

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Im Schatten der offiziellen Medien: Aufstandsbekämpfung und Vertreibung mit Waldbränden

Die Umweltproteste in der Westtürkei richten sich gegen Prestigeprojekte, Goldminen und Bergbauprojekte. Im Südosten und Osten der Türkei hat die Umweltzerstörung dagegen auch eine politische Funktion. Sie dient der “Aufstandsbekämpfung”, so die offizielle Sprachregelung der türkischen Regierung. Ein aktuelles Beispiel ist die bevorstehende Flutung von Hasankeyf. Denn die Stauseen und Staudämme sollen der PKK in den Bergen die Wege abschneiden.

Lange wurden diese Umweltzerstörungen von den Umweltverbänden in der Westtürkei nicht beachtet, aber allmählich setzt ein Umdenken ein. Ein Beispiel sind die Protestcamps im Ida-Gebirge in der Westtürkei. Täglich strömen immer mehr Menschen aus der ganzen Türkei in die Camps. Die Umweltaktivisten geben den Zeltdörfern die Namen von Orten der Umweltzerstörung: Hasankeyf, Munzur, ODTÜ, Fatsa, Alakır, Salda, Cerattepe und Nordwald.

Zusammenhänge, die in den offiziellen Medien nicht auftauchen

Dass die interessierte Öffentlichkeit von den Zuständen in der Osttürkei Kenntnis erhält, ist letztendlich den Sozialen Medien zu verdanken, die Informationen und Zusammenhänge verbreiten, welche in den regierungsnahen türkischen Medien nicht auftauchen. Da es faktisch kaum noch oppositionelle Medien in der Türkei gibt, spielen die Onlinemedien eine immer größere Rolle.

So dringen unliebsame Informationen auch nach Europa. Mittlerweile bedienen sich auch die deutschen Printmedien dieser oppositionellen Nachrichtenagenturen, Onlinezeitungen oder Twittermeldungen. Die türkische Regierung versucht vergeblich durch Verbote, Sperrungen oder Diffamierung als “Terrorpropaganda” dagegen anzugehen.

Waldbrände vertreiben die Landbevölkerung im Südosten

Während die Waldbrände im Westen der Türkei hauptsächlich wegen Bodenschätzen, dem Aufbau von Touristenzentren, oder um Investitions- und Bauland zu schaffen, gelegt werden, dienen die Waldbrände in den kurdischen Gebieten vor allem der ‘Aufstandbekämpfung’ und Vertreibung der Landbevölkerung.

Im Juli brachen im Tur Abdin, einem der ältesten christlichen Siedlungsgebiete (z.T. aus dem vierten Jahrhundert) und Kernland der syrisch-orthodoxen Kirche, mehrere Brände aus. Von den Bränden waren auch etliche Klöster z.B. das Kloster Dayro d-Mor Hananyo im Kreis Artuklu betroffen: Hunderte Olivenbäume, Dutzende Granatapfelbäume, Feigenbäume, Mandelbäume sowie die Bewässerungsanlage der Olivenplantage wurde zerstört.

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