„Hongkong-Held“ oder US-Marionette?

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11-09-19 01:12:00,

In einem skurril anmutenden Festakt ehrte die BILD in dieser Woche ihren „Hongkong-Helden“. Neben anderen einschlägigen „Freiheitskämpfern“ westlicher Prägung, wie dem Chef der syrischen Weißhelme und den Klitschkos aus der Ukraine, wurde der 23-jährige Joshua Wong in Berlin von den Machern der BILD als Stargast auf einem Sommerfest der Zeitung im eigens dafür angemieteten Dachgarten-Restaurant des Bundestags herumgereicht. Putin-Kritiker Michail Chodorkowski, Ex-Minister Karl-Theodor zu Guttenberg, US-Botschafter Richard Grenell komplettierten „die Achse des Guten“. Außenminister Heiko Maas nutzte die Gelegenheit, um den versammelten „Freiheitskämpfern“ seine Aufwartung zu machen. Der Wertewesten feiert sich selbst. Grund genug, sich die Vita des gefeierten „Hongkong-Helden“ Wong einmal näher anzuschauen und „Überraschendes“ zu entdecken, das doch eigentlich so überraschend gar nicht ist. Von Jens Berger.

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Bereits mit 15 Jahren gehörte der junge Joshua Wong zu einer Gruppe von Schüleraktivisten, die in Hongkong gegen die Beeinflussung der Lehrpläne durch die chinesische Regierung demonstrierten. Zwei Jahre später, im Jahre 2014, wurde Wong Symbol der aufkeimenden lokalen Protestbewegung, die bei den „Umbrella-Protesten“ gegen den chinesischen Einfluss demonstrierten. Vor allem westliche Medien machten den schüchtern aussehenden 17-Jährigen zum Gesicht der Protestbewegung. Die dem chinesischen Staat gehörende Hongkonger Zeitung Wen Wei Po berichtete bereits damals von regelmäßigen Treffen Wongs mit Angestellten des US-Konsulats in Hongkong und legte „Beweise“ vor, dass Wong von den Amerikanern finanziell unterstützt wird. Westliche Medien wie das Wall Street Journal und der Guardian ordneten diese Berichte sogleich als haltlose chinesische Propaganda ein. Im Nachhinein ist es schwer, diese Vorwürfe zu bewerten, zumal Wen Wei Po in der Tat als „Propagandamedium“ gilt.

Belegbar ist jedoch, dass der Asien-Direktor des amerikanischen Think Tanks NDI (eine Gründung des berüchtigten National Endowment for Democracy) bereits 2012 Joshua Wong und seine Gruppierung „Scholarism“ als „kraftvolle Marke“ für den gewünschten „Bürger-Aktivismus“ lobte und „Scholarism“ auch organisatorisch vom NDI unterstützt wurde. Woher die finanziellen Mittel der Organisation stammten (bei ihrer Auflösung im Jahre 2016 wies das Konto der Schülerbewegung immer noch 1,45 Mio. HK$ auf), ist wie so vieles auf dem Feld der „Farbrevolutionen“ unklar. Aber das ist letztlich wohl auch unerheblich.

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