The Wolff of Wall Street: ESM | KenFM.de

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04-10-19 12:20:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „ESM“.

Die Eurozone ist ein Konstrukt, das es so in der Geschichte noch nicht gegeben hat: 19 souveräne Länder mit über 330 Millionen Einwohnern verfügen über ein und dieselbe Währung. Wie problematisch das ist, zeigte sich ab 2010 im Zuge der Eurokrise.

Als damals mehrere wirtschaftlich schwächere Euroländer in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, wurde schnell klar, dass man keines von ihnen einfach zusammenbrechen lassen oder in eine nationale Währung entlassen konnte. Das nämlich hätte das Vertrauen von Investoren in den Euro so stark erschüttert, dass die gesamte Währungsunion gefährdet gewesen wäre. Also blieb damals nur eine Möglichkeit: Die betroffenen Länder mussten gestützt werden.

Zu diesem Zweck gründete die EU zwei Finanzinstitutionen – 2010 die Europäische Finanz-Stabilisierungs-Fazilität EFSF und 2012 den Europäischen Finanz-Stabilisierungs-Mechanismus EFSM, zusammen Euro-Rettungsschirm genannt. Da schon bald klar wurde, dass die Finanzkraft beider Einrichtungen nicht zur Lösung der immer größer werdenden Probleme ausreichte, wurde 2013 der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM gegründet, in dem die beiden anderen Organisationen aufgingen.

Beim ESM handelt es sich zunächst einmal um eine Bank, die ihren Sitz in Luxemburg hat. Ihre Eigentümer sind die Euroländer, die – je nach Wirtschaftskraft – Anteile am Stammkapital des ESM in Höhe von insgesamt 700 Milliarden Euro gezeichnet haben. 80 Milliarden davon haben sie eingezahlt, für die restlichen 620 Milliarden haben sie Garantien übernommen.

Der ESM benutzt sein Stammkapital aber nicht, um Kredite zu vergeben, sondern hält es in der Hinterhand, um so zu günstigen Konditionen Kredite an den Finanzmärkten aufzunehmen, die dann zu etwas ungünstigeren Konditionen an die Zielländer weitergeleitet werden, wobei die Zinsgewinne in den Kassen der Garantieländer landen.

Bevor Geld fließt, ist allerdings eine Bewertung durch die Europäische Zentralbank vorgeschrieben. Sie muss prüfen, ob tatsächlich eine Gefahr für die Finanzstabilität der Eurozone besteht und wie viel Geld das Land tatsächlich benötigt.

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