The Wolff of Wall Street: Weltwirtschaftskrise 1929 | KenFM.de

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11-10-19 06:46:00,

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Geld regiert die Welt. Nur, wer regiert das Geld?

Wirtschaftsjournalist Ernst Wolff erklärt jeden Freitagmittag, um 12.00 Uhr, Begriffe, Mechanismen und Gesetze aus der Finanzbranche, die uns täglich als alternativlos verkauft werden, aber nur Wenige verstehen. Das soll sich ändern! THE WOLFF OF WALL STREET erklärt uns heute: „Weltwirtschaftskrise 1929“.

Am Ende des 1. Weltkrieges gab es einen ganz großen Gewinner: Die Banken der Wall Street, die an die verschiedenen Kriegsparteien zahllose Kredite vergeben hatten.

Zwar waren die größten Schuldner – Großbritannien, Frankreich und Italien – nach Kriegsende zunächst nicht in der Lage, diese Schulden zurückzuzahlen, doch da half die US-Regierung nach: Sie sorgte 1919 im Versailler Vertrag dafür, dass Deutschland zu sogenannten „Reparationszahlungen“ verpflichtet wurde.

Offiziell dienten diese Gelder der Wiedergutmachung. Tatsächlich aber flossen sie über London, Paris und Rom zur Begleichung der jeweiligen Kriegsschulden wieder in die Wall Street. Und da Deutschland wegen dieser Reparationszahlungen das Geld für den Wiederaufbau fehlte, flossen sie gleich weiter – als Kredite nach Deutschland.

Auf diese Weise entstand ein Schuldenkreislauf, der die amerikanischen Großbanken immer mächtiger machte. Da zugleich die US-Industrie und die US-Landwirtschaft ihre Produktivität auf Grund der Rationalisierung und der Einführung der Massenproduktion erheblich steigern konnten, kam es zu einem enormen Wirtschaftsboom, der als „Die Goldenen Zwanziger Jahre“ in die Geschichte eingegangen ist.

Auch diesen Boom nutzten die US-Banken für sich, indem sie eine wahre Kreditschwemme entfachten und unter anderem das bis dahin unbekannte Prinzip der Ratenzahlung einführten. Die so angeheizte Nachfrage trieb die Aktienkurse der großen Konzerne in die Höhe, so dass außer den professionellen Investoren auch Millionen von Kleinanlegern zu spekulieren begannen.

Auch hier erkannten die Banken ihre Chance und entwickelten das Prinzip des „Hebelns“. Beim Aktienkauf zum Beispiel mussten Anleger nur noch einen Teil des Kaufpreises für eine Aktie aufbringen – den Rest erhielten sie als Kredit von der Bank.

Wie verführerisch das war, zeigt ein konkretes Beispiel: Kaufte ein Anleger eine Aktie für $ 100, konnte er einen Kredit über $ 90 aufnehmen und musste nur die restlichen $ 10 selbst aufbringen.

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