Buchrezension „Die Sprache des Donald Trump“

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30-10-19 12:05:00,

Der bekannte Journalist und Autor Heiko Flottau hat für die NachDenkSeiten das Buch der französischen Übersetzerin Bérengère Viennots „Die Sprache des Donald Trump“ rezensiert. Eine interessante Besprechung. Ein Zitat: ‚„Das von Trump gewählte Vokabular ist ausgesucht brutal.“ Diese Feststellung untermauert die Autorin an zahlreichen Beispielen … .‘ – Vorweg will ich anmerken, dass Trump als Repräsentant der USA die Gewalt in Sprache und Umgang nicht erfunden hat. Mir bleibt die Reaktion Hillary Clintons, als ihr die Vernichtung Gaddafis mitgeteilt wurde, unvergessen. Siehe hier. Albrecht Müller.

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Buchrezension „Die Sprache des Donald Trump“ von Heiko Flottau

Wortschatz und Syntax von Donald Trump sind Spiegelbild einer gesellschaftlichen Wirklichkeit, mit der sich die USA nicht gerne auseinandersetzen.

Nein, es waren keine Sprachwissenschaftler, keine Journalisten und auch keine Historiker, welche die tiefste bisher vorliegende Analyse der Sprache des amerikanischen Präsidenten Donald Trump vorgelegt haben. Diese so notwendige Expertise kommt aus dem Reich jener, welche die Sprache Trumps zu übersetzen haben und sich dabei vor ganz neue Herausforderungen gestellt sehen. Es sind die Dolmetscher und die Dolmetscherinnen, die sich Tag für Tag wundern, welche Sprachbruchstücke des amerikanischen Präsidenten sie – etwa ins Französische oder ins Deutsche – zu übertragen haben.

Nun hat die französische Übersetzerin Bérengère Viennot ein Buch vorgelegt, das mit dem schlichten Titel „Die Sprache des Donald Trump“ daherkommt. Aber die Analyse hat es in sich. Sie reicht von der eher leicht zu erstellenden, von anderen Autoren bereits vorgelegten Deutung des trumpschen Wortschatzes und der trumpschen Syntax bis hin zum gesellschaftlichen und historischen Kontext, in den diese Sprache eingebettet ist.

Und dieser Kontext ist deprimierend. Denn Trump, schreibt die Autorin, sei nicht das gravierendste Problem Amerikas. „Als Garant der sittlichen Ordnung und als symbolisches Über-Ich eines ganzen Landes soll ein Präsident nicht nur Vorbild sein, sondern auch Richtmaß für die moralische Gesinnung einer Nation. Wenn er nach einem Akt des Hasses seine Empörung ausspricht, erhebt sich hinter ihm ganz Amerika.

Wenn er stattdessen jedoch schweigt, noch schlimmer indirekt sogar zu institutioneller oder privater Gewalt ermutigt, stellt er psychisch gestörten Bürgern, deren niedrige Instinkte bisher durch die Angst vor staatlichen Sanktionen in Schach gehalten worden sind,

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