Wie Boris Johnson Putins These, der Liberalismus habe sich überlebt, bestätigt hat | Anti-Spiegel

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02-11-19 09:24:00,

In der russischen TASS fand sich am Freitag ein sehr kritischer Artikel über den Brexit und die Demokratie in der EU. Es war eine Abrechnung mit den heutigen europäischen Institutionen, den man sich auch in deutschen Medien wünschen würde.

Die TASS veröffentlicht normalerweise nur trockene Nachrichten und ich schätze sehr, dass sie – im Gegensatz zu allen anderen Nachrichtenagenturen, die ich kenne – dabei stets sachlich bleibt und wertende Formulierungen vermeidet. Außerdem verlinkt sie auch immer vorbildlich ihre Quellen, sodass man die Meldungen problemlos und schnell überprüfen kann.

Aber es gibt auch immer wieder deutlich als solche gekennzeichnete Meinungsartikel von russischen Journalisten, die teilweise ausgesprochen scharfzüngig und lesenswert sind. Und so einen Artikel habe ich am Freitag dort entdeckt. Der Artikel beschäftigt sich mit dem Brexit und vor allem mit dem Zustand der Demokratie in der EU. Da ich den Artikel so treffend finde, habe ich ihn übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Vor einiger Zeit hat der britische Premierminister geschrieben, dass London, wenn es am 31. Oktober aus der EU austritt, dem russischen Staatschef Wladimir Putin beweisen wird, dass sich die liberale Idee nicht selbst überlebt hat.

Das Vereinigte Königreich hat es am 31. Oktober zum dritten Mal nicht geschafft, die Europäische Union zu verlassen und der britische Premierminister Boris Johnson ist daran gescheitert, Russland und dem russischen Präsidenten die Lebensfähigkeit liberaler Werte zu beweisen. Boris Johnson selbst stellte bis zum 31. Oktober einen direkten, wenn auch nicht ganz offensichtlichen, Zusammenhang zwischen liberalen Werten und dem Brexit fest. In seiner Kolumne im Daily Telegraph schrieb er am 30. Juni: „Wenn wir liberale Werte hochhalten wollen, müssen wir den Brexit bis zum 31. Oktober umsetzen und wir werden es tun.“

Heute, am 1. November, ist das Vereinigte Königreich noch immer Teil der Europäischen Union. Johnson selbst wurde von seinem Parlament gezwungen, die EU um eine dritte Verschiebung bis zum 31. Januar 2020 zu bitten. Der demokratische Wille der Briten, die im Juni 2016 für den Austritt aus der EU gestimmt haben, ist bis heute unerfüllt.

Kontroverse mit dem Präsidenten der Russischen Föderation

Die Überschrift seiner Kolumne Johnson lautete: „Wenn wir die EU am 31. Oktober verlassen, werden wir Putin beweisen, dass er falsch liegt.“

Mit dieser Schlagzeile und der gesamten Kolumne vom 30.

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