STANDPUNKTE • Der Libanon: Farbrevolution oder genuiner Aufstand? Teil 2 | KenFM.de

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07-11-19 12:02:00,

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Wie geht es weiter im Libanon? Dieser Text baut auf dem Standpunkt von letzter Woche auf (1), kann aber auch alleine gelesen werden.

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Der Libanon ist ein Schlüssel für die Situation Israels im Norden. Und immer wieder ist die Grundsatzfrage jedes Kriminalisten gefragt „cui bono“, wem nützt es. Wie bereits in meinen letzten Artikeln über die Libanon-Krise erklärt, ist die Hisbollah die wichtigste politische Kraft im Libanon und die einzige militärische, welche in der Lage ist, Israel von einem erneuten Versuch der Annexion von Teilen des Libanons abzuhalten. Zwar wurde der Plan eines „Groß-Israels“ (2) „von den Ufern Ägyptens [den Ufern des Nils] bis zum Euphrat“ (3) von der zionistischen Politik vermutlich vorerst auf Eis gelegt, weil der Widerstand der Hisbollah und der syrischen Armee zu erbittert ausfallen würden. Andererseits locken die Wasserressourcen des südlichen Libanon. Und so muss jede Beurteilung von regierungsverändernden Protesten immer auch einen Blick auf das Nachbarland und seine Unterstützer werfen. Und wenn Forderungen nach der Entwaffnung der Hisbollah während der Demonstrationen aufkommen, ist die Zielsetzung der Schwächung der Souveränität des Landes überdeutlich zu erkennen.

Wenn eine Schwächung oder Zerstörung der Hisbollah bedeutet, dass der Libanon schutzlos Israel ausgeliefert ist (die Armee ist weitgehend von US-Militärhilfen abhängig und hat sich in der Vergangenheit nur wenig gegen Invasionen Israels aufgelehnt), sollte man genau hinhören, was der Generalsekretär der Hisbollah in einer seiner letzten Rede zu den Unruhen im Land gesagt hat. Die Zukunft des Libanon, so könnte man vermuten, hängt nun von der Reaktion der Hisbollah ab. 

Am 1. November begann Nasrallah seine Rede mit einer Würdigung des Lebenswerkes von Sayed Mortada um dann im zweiten Teil seiner Rede mit der Wiederholung einer Erklärung fortzufahren, dass die Hisbollah keine Verletzung des libanesischen Luftraums mehr dulden würde. Die Organisation würde jedes fremde, unerlaubt eindringende Flugzeug mit den [limitierten] zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen. So hätte man am Vortag erfolgreich eine israelische Drohne gezwungen, den libanesischen Luftraum zu verlassen. 

Er ging darauf ein, wie Medien seine Aussagen veränderten und lobte dann die Demonstranten.

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