Das russische Außenministerium über die Lage in Latein- und Südamerika | Anti-Spiegel

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09-11-19 09:24:00,

Die Lage in Latein- und Südamerika, wo in vielen Ländern Unruhen und Proteste herrschen (nicht über alle wird in Deutschland berichtet) war ein Thema bei der Pressekonferenz des russischen Außenministeriums.

Die Sprecherin Maria Sacharowa ist auf die Lage in Venezuela, Bolivien und Haiti eingegangen. Über die Unruhen in Haiti habe ich in Deutschland praktisch keine Berichte gefunden. Bevor wir zu der russischen Erklärung kommen, ein paar Worte zu der Lage in der Region.

In Latein- und Südamerika herrscht Unruhe, wobei die Ursachen die gleichen sind, nämlich Armut und soziale Ungerechtigkeit. Aber die Auslöser sind sehr unterschiedlich. In Venezuela erleben wir Proteste gegen eine sozialistische Regierung, die von harten US-Wirtschaftssanktionen stranguliert wird. Ich bin kein Verfechter des Sozialismus, aber ich frage mich schon, warum die USA das Land mit Sanktionen in die Knie zwingen müssen, wenn der Sozialismus das Land doch angeblich ohnehin zu Grunde richtet. Da könnten die USA doch ganz entspannt abwarten.

In Chile ist die Situation umgekehrt: Dort herrscht seit 40 Jahren der Neoliberalismus in Reinkultur, aber er hat nicht gehalten, was uns davon versprochen wird. Die Wirtschaft floriert zwar, aber die Menschen sind verarmt. Vom Wirtschaftswachstum profitieren nur sehr wenige Menschen dort.

Und zwischen diesen beiden Extremen liegen die Spannungen in der Region. Egal, ob Brasilien oder Argentinien, wo es ebenfalls brodelt, oder ob Ecuador, Bolivien oder Haiti wo es schon massive Prosteste gibt, die Region gleicht einem sozialen Pulverfass.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums hat sich zu der Lage in Venezuela, Bolivien und Haiti geäußert und ich habe die offizielle Erklärung übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Die Lage in und um Venezuela bleibt angespannt. Radikale Oppositionskräfte geben den Versuch nicht auf, die Straßenproteste aufzuheizen. Die nächsten Protestkundgebungen für ganz Venezuela sind für Mitte November geplant.

Vor diesem Hintergrund setzen die Regierung und die konstruktive Opposition ihre mühsame Arbeit im Rahmen des so genannten „Runden Tisches des nationalen Dialogs“ fort. Politische, wirtschaftliche und wahlpolitische Fragen werden diskutiert, einschließlich der Vorbereitungen für die Parlamentswahlen im nächsten Jahr. Es gibt ermutigende Anzeichen für die Beteiligung der oppositionellen Nationalversammlung an diesem Prozess. Unter Beteiligung ihrer Stellvertreter wurden Vereinbarungen über eine gemeinsame Erneuerung der Zusammensetzung des Nationalen Wahlrats getroffen. Wir betrachten dies als einen ersten wirklichen Schritt zur Überwindung der institutionellen Krise und zur gemeinsamen Suche nach einvernehmlichen Lösungen für wichtige innenpolitische Fragen im Einklang mit der Verfassung.

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