Wie ultrakonservative US-Organisationen ihre Agenda exportieren

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09-11-19 10:01:00,

Der Journalist Adam Ramsey untersucht den Einfluss evangelikaler US-Organisationen in Europa. © 3sat Videoscreenshot

Fundamentalistische US-Organisationen haben in zehn Jahren mehr als 50 Millionen Dollar nach Europa geschickt. © Open Democracy

Daniela Gschweng / 09. Nov 2019 –

Die religiöse Rechte der USA schickt Millionen nach Europa, um ihr Weltbild auch hier zu propagieren.

Sie sind gegen Abtreibung, Sterbehilfe, Frauenrechte und für «traditionelle Werte». In den USA wehren sich fundamentalistische christliche Organisationen selbst dagegen, dass in der Schule die Evolutionstheorie gelehrt wird. Wenn von Fundamentalismus die Rede ist, gehen diese Organisationen aber meist vergessen, dabei haben sie in den USA grossen Einfluss – nicht zuletzt aufgrund vermögender Geldgeber.

Im Namen «traditioneller moralischer Werte» tragen sie ihren «Kulturkampf» auch ausserhalb der USA aus. Seit Jahren unterstützen sie rechtspopulistische Gruppen in Europa und lobbyieren in Parlamenten. Neben Expertise unterstützen sie europäische Organisationen auch mit Geld.

Schätzungsweise 56 Millionen Euro seien von 2008 bis 2017 von ultrakonservativen US-Organisationen an rechtspopulistische Empfänger in Europa geflossen, schreibt das österreichische Magazin «Kontrast» mit Bezug auf «Open Democracy». Seither hätten sich die Summen eher noch erhöht. Inhaltlich überschneiden sich ihre Ziele oft mit der Islam- und fremdenfeindlichen Agenda der europäischen Rechtspopulisten.

Millionen für die «Religionsfreiheit»

«Um die 50 Millionen Dollar im letzten Jahrzehnt» hätten evangelikale US-Organisationen in Europa investiert, schätzt auch der Journalist Adam Ramsey in einer Dokumentation von «3sat Kultur». «Das sind finanzstarke, straff organisierte und disziplinierte politische Organisationen, die daran arbeiten, Rechte für Minderheiten in Europa zurückzudrehen», sagt er. Damit gingen sie im Endeffekt gegen Gleichstellung und Demokratie vor.

Fundamentalistische US-Organisationen haben in zehn Jahren mehr als 50 Millionen Dollar nach Europa geschickt. (Open Democracy) grössere Auflösung

Mehr als ein Dutzend der finanzkräftigen und gut vernetzen US-Organisationen sind in Europa aktiv. Ramsey hat eine der grössten untersucht. Die «Alliance Defending Freedom» (ADF) setzt ihre Ressourcen vor allem in juristischen Auseinandersetzungen ein. Mehr als 2‘000 Anwälte weltweit unterstützen Kläger und Anliegen, die ihre Position repräsentieren und versuchen, Grundsatzurteile zu erstreiten. Zusätzlich lobbyiert die ADF in Parlamenten, auch in Brüssel ist die Organisation aktiv,

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