Der Schattenkrieg der USA in Somalia – Und die Mitschuld Deutschlands

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17-11-19 01:26:00,

Die Anzahl der zivilen Opfer durch Luftangriffe der USA in Somalia hat in den letzten Monaten massiv zugenommen. Dass man davon hierzulande kaum etwas hört, hat nicht nur mit dem generellen westlichen Desinteresse an Afrika zu tun, sondern wohl auch mit der Tatsache, dass Deutschland weiterhin eine aktive Rolle in diesem Konflikt spielt – nämlich als Mittäter. Von Emran Feroz.

Yusuf Hassans Körper ist entstellt. Die Verletzungen an seiner rechten Schulter fallen auf, sobald er seinen Oberkörper entblößt. Die Überreste des Schrapnells, das ihn getroffen hat, hat der Somalier immer noch bei sich. Doch während Hassan den Angriff überlebte, wurde sein Freund in Stücke gerissen. Beide wurden zum Ziel eines US-amerikanischen Luftangriffs in der Unteren Schebelle, einer Region in Somalia, die mittlerweile zu einem der Schauplätze des „Krieges gegen den Terror“ geworden ist. Die extremistische Gruppierung Al-Shabab ist hier präsent. Viele der US-Bombardements treffen allerdings, ähnlich wie an anderen Flecken der Welt, oftmals keine bewaffneten Kämpfer, die das US-Imperium hassen, sondern Zivilisten wie Hassan und seinen Freund. Amnesty International hat mehrere solcher Fälle dokumentiert und spricht offen von Kriegsverbrechen.

Auch Halimo Mohamed Abdi wurde zum Ziel eines Luftangriffs. Sie brach sich dabei ihre Hüften, während ein Schrapnell in ihren Oberschenkel eindrang. Aufgrund der schweren Schmerzen fiel sie ihn Ohnmacht. Kurz bevor das geschah, sah sie, wie drei Jungen im Alter zwischen neun und sechzehn Jahren von einer Explosion getötet wurden. Schauplatz des Geschehens war das Dorf Bariire, das rund fünfzig Kilometer von der Hauptstadt Mogadischu entfernt liegt. Abdi wurde in ein Krankenhaus gebracht und erst nach drei Monaten entlassen. Als sie in ihr Dorf zurückkehrte, fand sie ihr Haus zerstört vor. Ihre 25 Ziegen, von denen sie lebte, waren allesamt tot.

Mittlerweile lebt Abdi in einem Geflüchtetenlager nahe Mogadischu. Dort leben Zehntausende von Somalier, die vor den Luftangriffen der US-Amerikaner und den Kämpfen zwischen der Al-Shabab und den Milizen der Regierung geflüchtet sind. Die drei Jungen, die durch den Luftangriff getötet wurden, bezeichnete United States Africa Command, kurz AFRICOM, im vergangenen Mai als „Terroristen“, so wie die meisten anderen Menschen in Somalia, die durch klassische Luftangriffe oder Drohnen-Operationen getötet werden.

Der US-Krieg in Somalia tobt schon seit langem. Der erste Drohnen-Angriff im Land wurde von Barack Obama abgesegnet. Doch seit der Machtübernahme Donald Trumps hat sich die Zahl der Luftangriffe im Land verdreifacht,

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